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Ideen für die vernetzte Zukunft

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Susanne Faschingbauer

Susanne Faschingbauer

freie Journalistin

Das Internet der Dinge (IoT) verspricht einen Mehrwert für die deutsche Wirtschaft von mehr als 700 Milliarden Euro. Es geht dabei auch um Innovationen und wer sie zuerst umsetzt. Ein Blick in die Entwickler- und Forscher­szene auf deutschem Boden.

24. März 2015

Der US-amerikani­sche IT-Gigant Cisco investiert 30 Millionen Dollar und eröffnet gemeinsam mit dem Land Berlin im Jahr 2015 im Stadtteil Schöneberg „openBerlin – ein Innovati­ons­zen­trum für das Internet der Dinge“. Ziel ist es, Innovationen rund um das Internet der Dinge zu beschleu­nigen und vorzustellen. Dazu sollen Kunden und Partner des Unterneh­mens, Start-ups und etablierte Branchen­firmen, aber auch Wissenschaftler und Vertreter von Behörden zusammen­ar­beiten. In Berlin entsteht somit eines von sechs dieser Innovati­ons­zen­tren weltweit.

Produkti­vi­täts­stei­ge­rung von 78 Mrd. Euro

Das Internet der Dinge (IoT) gilt als Wachstums­markt der Zukunft. Cisco schätzt, dass der potentielle Mehrwert für die deutsche Wirtschaft langfristig bei mehr als 700 Milliarden Euro liegt. Der ITK-Branchen­ver­band BITKOM geht in Deutschland von einer Produkti­vi­täts­stei­ge­rung von 78 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 allein durch Industrie 4.0 aus. Ein Garant für den Erfolg sind unter anderem Forschung und Entwicklung im eigenen Land – nicht nur dank ausländi­scher Investoren.

Weit vorne in der deutschen Forscher­szene ist in diesem Bereich das Fraunhofer-Institut. An den Standorten Sankt Augustin und Berlin tüftelt das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunika­ti­ons­sys­teme (FOKUS) unter dem Motto: „Wir machen Städte schlau“. Die Wissenschaftler beschäftigen sich mit allen Feldern, die für den Aufbau und den Betrieb einer Smart City notwendig sind: Energiever­sor­gung, Mobilität und öffentliche Sicherheit. Kern aller Themen ist eine neue, intelligente Kommunika­ti­ons­struktur, die auf Datenaus­tausch und Vernetzung in Echtzeit aufbaut. Das Projekt „STREETLIFE“ beispiels­weise nutzt in den Städten Tampere (Finnland), Rovereto (Italien) und Berlin Daten, um ein Verkehrs­in­for­ma­ti­ons­system für Bürger aufzubauen.

Intelligenter Behälter trifft Entschei­dungen

In Dortmund am Fraunhofer-Institut für Material­fluss und Logistik konzentrieren sich die Forscher auf das Internet der Dinge im Bereich von Produktion und Logistik. Zum Beispiel haben sie „inBin“ entwickelt, einen intelligenten Behälter, der auf der Webseite mit folgenden Worten präsentiert wird: „Er kommuniziert mit Menschen und Maschinen, trifft eigenständig Entschei­dungen, überwacht seine Umgebungs­be­din­gungen und steuert Logistik­pro­zesse. Die Trennung von Güterinfor­ma­tionen und realen Gütern ist nun aufgehoben – und der Traum vom Internet der Dinge wird wahr.“ Ein anderes Projekt heißt „DyCoNet“. Dabei geht es um die Verbesse­rung logistischer Prozesse bei Lebensmit­teln, die per Luftfracht über den Globus verteilt werden, „die umfassende Verfügbar­keit von Logistik­daten und ein autonomer Material­fluss sind das Ziel.“

Smarte Produkti­ons­steue­rung

Das Bundesmi­nis­te­rium für Wirtschaft und Energie investiert mit dem Programm „AUTONOMIK für Industrie 4.0“ 110 Millionen Euro in die Weiterent­wick­lung von Technolo­gien für die Industrie 4.0. Es geht dabei beispiels­weise um die dezentrale und smarte Produkti­ons­steue­rung, die Integration von Industrie­ro­bo­tern in die Fabrik oder das Entwickeln und den Einsatz autonomer Transport­fahr­zeuge.

Eine wichtige Stütze für die deutsche Forscher- und Entwickler­szene ist die transnatio­nale Zusammen­ar­beit. Die Europäische Union fördert zahlreiche Forschungs­pro­jekte zum Internet der Dinge. Ein Beispiel ist „Smart Action“, ein Projekt, das sich auf die Integration des IoT in Wissenschaften wie der Nanotech­no­logie oder den Kognitions­wis­sen­schaften konzentriert, beteiligt ist die Universität Duisburg-Essen.

Jeder zweite Entwickler tüftelt am IoT

Natürlich investiert auch die Automobil­branche in die Entwicklung des Internets der Dinge. Beim autonomen Auto will jeder Hersteller der erste sein. Konzerne wie Daimler, BMW und andere tüfteln in ihren Industriela­bors an der Zukunft des Fahrens. Mit 27 Prozent hat das IoT in der Automobil­branche das größte Wachstums­po­ten­tial, besagt eine Studie der Developer Week aus dem Frühjahr 2014.

Am stärksten von den Entwicklungen im Internet der Dinge betroffen ist die Software-Branche. Dort arbeitet man mit Hochdruck an IoT-Anwendungen und setzt dafür massiv personelle Ressourcen ein, heißt es in der Developer-Week-Studie. Jeder zweite Entwickler in Deutschland arbeitet an IoT-Projekten oder wird das zukünftig tun.