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„So oft wie möglich in die Punkte fahren”

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

Mit vier Jahren erhielt Florian Alt das erste Motorrad. Jetzt fährt er seine erste Saison in der Moto2-WM. Für den 18-Jährigen hat damit ein neuer Karriere­ab­schnitt begonnen. Florian Alts Ziel: So oft wie möglich in die Punkte zu fahren. FERCHAU unterstützt die deutsche Motorrad­renn­sport-Hoffnung.

26. März 2015

„Für mich ist der Motorrad­renn­sport der faszinie­rendste Sport überhaupt, denn er bietet jede Menge Action und Dramatik. Im Vergleich zum Automobil­be­reich hat man ein direkteres Fahrgefühl. Da kreist noch viel mehr Adrenalin im Blut.” Davon wird der gebürtige Gummersba­cher in den nächsten Monaten noch so manchen Kick erhalten. Schließlich startet er 2015 erstmals in der Moto2-Serie, der zweithöchsten Prototypen­klasse der Motorrad-WM des Straßensports.

Moto2 löste 2010 die bekannte 250ccm-Klasse ab. Anders als in den seriennahen Superbike-Rennen sind hier ausschlie­ß­lich Prototypen mit einheitli­chen 600ccm-Viertakt­mo­toren zugelassen. Auch Teile wie ECU, Ein- und Auslassven­tile, Kolben, Bremsen etc. müssen einheitli­chen Standards entsprechen, damit für alle Teams möglichst gleiche Vorausset­zungen gelten. „Das ist schon bedeutend fairer als früher”, bestätigt Florian Alt, der 2012 als Sieger des internatio­nalen Red Bull MotoGP Rookies Cup und als Deutscher Meister der 125ccm Klasse für Furore sorgte. Erst im letzten Jahr bestätigte der zurzeit in der Nähe von Rom lebende Pilot sein Potential mit der Vizemeis­ter­schaft in der Moto2-Klasse der wichtigen spanischen CEV-Meisterschaft.

„Von dort bis zur Moto2-WM war es ein nahezu logischer Schritt”, freut sich der 1,84 Meter große Oberberger. Bei den auf mehreren Kontinenten stattfin­denden Rennen ist er mit einer Suter-MMX2 für den italieni­schen Rennstall Ioda unterwegs. Das rund 140 PS starke Kraftpaket erreicht strecken­ab­hängig Spitzenge­schwin­dig­keiten von bis zu 300 km/h.

So schnell war seine erste Maschine, die er im zarten Alter von vier Jahren erhielt, natürlich nicht im entferntesten. „Ich habe als kleiner Knirps an der Hauptstraße immer den Motorrädern hinterher­ge­schaut und mir dann zu meinem Geburtstag ein Bike gewünscht. Aber es sollte richtig qualmen.” Vater Uwe, ein Gastronom, baute einen Zaun um das vorhandene Grundstück und erwarb für den Junior ein kleines Yamaha PW 50 Kindercross-Motorrad mit einem 2,7 PS-Zweitakt­motor. „Damit haben fast alle Profifahrer angefangen”, schmunzelt Florian Alt.

Heute besitzt er gleich mehrere Motorräder, unter anderem eine Motocross-Maschine, eine Enduro, ein Supermoto und ein altes Pocket Bike. An ihnen lebt er auch seine Schraublei­den­schaft aus. „Bei den Rennen machen das natürlich die Profis, aber privat schraube ich sehr gern und regelmäßig. Die Wartung meiner Maschinen mache ich zum Beispiel komplett selbst.” Zum privaten Fahren bleibt ihm in der Saison, die von Ende März bis Anfang November dauert, allerdings kaum Zeit. „Wenn ich im Sommer mal zu Hause in Nümbrecht bin, fahre ich gern mit meiner 25 Jahre alten Vespa durch die Gegend. Und das ganz gemächlich, um die schöne oberbergi­sche Landschaft zu genießen.” 

Dass seine Rennsport­kar­riere seit dieser Saison von FERCHAU unterstützt wird, freut Florian Alt ganz besonders. „Es war für mich schon immer wichtig, in meiner oberbergi­schen Heimat vernetzt zu sein.” Für FERCHAU-Geschäfts­führer Stefan Eichholz bedeutet das Engagement im Motorrad­renn­sport den Brückenschlag vom Engineering zum Spitzensport: „Motorsport ist Entwicklungs­kom­pe­tenz, Dynamik und Leidenschaft, eben Technik auf höchstem Niveau. Genau dafür steht auch FERCHAU. Und mit Florian Alt unterstützen wir einen Fahrer, dessen beeindru­ckende Entwicklung wir schon seit längerem verfolgen.”

Die Moto2-Serie startet am 29. März 2015 mit dem „Commercial Bank Grand Prix of Qatar”. Am 12. Juli findet der einzige Moto2-WM-Lauf auf deutschem Boden statt: der Motorrad Grand Prix Deutschland am Sachsenring.