KarriereIT-Consultant Ralf Gerst

„Den Nerd als Eigenbrötler gibt es nicht“

Lesezeit ca.: 3 Minuten
Susanne Faschingbauer

Susanne Faschingbauer

freie Journalistin

Erst ist er Laster gefahren, dann wurde er Kaufmann, später Soldat. Seit 2008 arbeitet Ralf Gerst als IT-Consultant für FERCHAU. Denn am liebsten drückt er im Berufsleben auf Reset.

15. Mai 2015

Es gibt eine Frage, die sich wie ein roter Faden durch das Leben von Ralf Gerst zieht: Möchten Sie Ihren Arbeitsalltag jetzt neu starten? Der Informatiker drückt im Betriebssystem Berufsleben gerne den Resetknopf. »Sobald sich Routine einschleicht, wird’s mir langweilig. Ich möchte immer wieder Neues machen und dazulernen.«

Ralf Gerst, 41 Jahre alt, arbeitet seit 2008 als IT-Consultant für FERCHAU. In sechs Jahren war er in sechs verschiedenen Projekten tätig. Er hat bei seinem Arbeitgeber gefunden, was ihn seit langem durchs Leben trägt: die Freude am Neuanfang.

Aufgewachsen ist Ralf Gerst in Maulbronn, einem Städtchen in Baden-Württemberg, ländlich gelegen zwischen Stuttgart und Karlsruhe. Seine Eltern führten eine Speditionsfirma. Auch ihr Sohn Ralf lernte das Lkw-Fahren, doch der wusste früh, dass der Beruf des Spediteurs nichts für ihn war. Immer auf denselben Straßen unterwegs sein? Nein. Es trieb ihn in die Welt der unendlichen Datenströme.

Seinen ersten Computer, einen Atari ST, hatte sich Gerst von seinem Konfirmationsgeld gekauft. Bits und Bytes faszinierten ihn. Er begann, erste Programme zu schreiben, die allerdings nicht mehr konnten, als »ein paar Zahlen ausspucken«, einem Taschenrechner ganz ähnlich.

Nach der Schule machte der Junge eine Lehre zum Bürokaufmann und verpflichtete sich danach für zwölf Jahre bei der Bundeswehr, zunächst am Standort Philippsburg, damals zweihundert Kilometer von der nächsten Dienststelle mit Computer entfernt. Doch am Ende seiner Zeit bei der Bundeswehr fing er noch mal von vorne an: Mit 31 Jahren schrieb er sich an der Fachhochschule ein und begann Informatik zu studieren. Vier Jahre später, das Diplom in der Tasche, lief er über eine Firmenkontaktmesse in Karlsruhe und blieb am Stand von FERCHAU stehen: Ein Arbeitgeber, für den er in verschiedenen Projekten tätig sein kann. Ein Berufsleben ohne Routine. Abwechslung vorprogrammiert. Genial, fand Gerst. Seine Stationen, die folgten: Testentwicklung in der Automatisierung, Testmanagement für eine Analysesoftware von Tunnelbohrmaschinen, Integrationstests für Frameworks in der Automatisierung, Optimierung einer Produktionssteuerung mithilfe von komplexen Datensätzen, klassische Softwareentwicklung.

Im September vergangenen Jahres packte Gerst seine bislang »exotischste« Aufgabe an: Projektmanager bei Agilent Technologies im Bereich 3rd Party Instrument Control. Er, der Technikfreak, vertieft sich nicht mehr nur in Zahlen und Codes, sondern steuert ein Team, koordiniert Dienstleister, kommuniziert mit Kunden und Drittanbietern. »Den Nerd als Eigenbrötler im dunklen Kämmerchen gibt es nicht«, sagt Gerst. Er selbst hat sich in den verschiedenen Projekten vom Nerd zum Alleskönner entwickelt.

Eines aber hat sich für ihn nie geändert: sein Wohnort. Mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern lebt er in Maulbronn. Wer durch das Städtchen spaziert, stößt auf das berühmte Kloster Maulbronn. Hermann Hesse ging dort zur Schule und verarbeitete den Ort literarisch in »Das Glasperlenspiel«. Darin schrieb der Schriftsteller Hesse einen Satz, der dem Informatiker Gerst zum Wegweiser wurde: »Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.«

Ausgabe 2015/01

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