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FERCHAU setzt verstärkt auf Ingenieurinformatik

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

FERCHAU ist Deutschlands Engineering-Dienstleister Nr. 1 und beschäftigt mehr als 6.100 Mitarbeiter, davon allein 1.200 IT-Spezialisten. Für FERCHAU-IT-Manager Rolf Schultheis liegt es daher auf der Hand: „Wer, wenn nicht wir, soll Kunden bei technologienahen IT-Projekten unterstützen und disziplinübergreifende Themen wie Industrie 4.0 oder Internet der Dinge inhaltlich voranbringen?”.

26. Mai 2015

Mit dem verstärkten Einzug der IT in die Welt der Produkte wird sich für die Industrie nicht nur vieles, sondern fast alles verändern: „High-Tech-Branchen wie die Automobilindustrie oder der Maschinen- und Anlagenbau müssen sich in Themenfeldern wie Industrie 4.0, 3D-Druck oder Internet der Dinge die gleiche Kompetenz und das gleiche Ansehen erarbeiten wie in ihren angestammten Bereichen. Nur dann können sie ihre führende Position auf dem Weltmarkt behaupten oder sogar ausbauen.” Davon ist Rolf Schultheis überzeugt, und er konstatiert: „In diesen Branchen werden sich in den kommenden Jahren viele Rahmenbedingungen teilweise drastisch ändern. Neue Paradigmen in der Steuerung von Produktionsanlagen werden Einzug halten, cyber-physische Systeme sich etablieren. Das alles ist mit neuen industriellen Standards verbunden, die vor allem IT adressieren. Unsere Aufgabe wird es sein, die Kunden im Hinblick auf übergreifende Kompetenzen an der Schnittstelle von Produktentwicklung und IT, aber auch im gesamten Kontext von Industrie 4.0 optimal zu unterstützen.” Dementsprechend soll der Anteil der IT am FERCHAU-Leistungsportfolio bis 2017 auf 25 Prozent ausgeweitet werden.

Vielzahl neuer Disziplinen

Um dem Ausbau der IT-Aktivitäten die erforderliche Schubkraft zu verleihen, wurde mit Rolf Schultheis ein zentral zuständiger Manager berufen, der für seine neue Aufgabe eine detaillierte Expertise und klare Vorstellungen mitbringt: „Damit wir auch bei Zukunftsthemen wie Industrie 4.0 ganz vorn dabei sind, setzen wir neben den klassischen Engineering-Disziplinen verstärkt auf Ingenieurinformatik, das heißt: Wir bilden das Zusammenwachsen beider Disziplinen – Engineering und IT – konsequent in unserem Leistungsportfolio ab.” Als Beispiel verweist er auf den sich vollziehenden Einzug von Standard-IT in die industrielle Produktion: „Damit verbunden sind sicherheitstechnische Risiken, die im schlimmsten Fall zu extrem teuren Ausfällen von Produktionsanlagen führen können. Also unterstützen wir unsere Kunden in laufenden Projekten zum Beispiel dabei, Security Compliances zu entwickeln und diese dann sukzessive auf alle Produktionsanlagen auszurollen. Das Ziel dieser Initiative ist es, die Produktionsanlage gegenüber den bekannten Risiken ausfallsicher zu gestalten.”

Neben klassischen IT-Themen wie Embedded Systems, Datenbanklösungen, Application Development und System Integration sieht Rolf Schultheis eine Vielzahl neuer Disziplinen, in denen FERCHAU verstärkt Kompetenzen aus- oder aufbauen wird: „Es gibt viele Berufsfelder oder Rollen, die gerade erst entstehen, wie die des Data Scientists, der in der Lage ist, passende Algorithmen zu entwickeln, um aus einer Unmenge von dispositiven Daten die richtigen operativen Informationen herauszufiltern. Dafür muss er das operative Geschäft, zum Beispiel den Produktionsprozess, kennen, um auf Basis von Sensordaten voraussagen zu können, mit welcher Wahrscheinlichkeit kurzfristig eine Produktionsstörung in einem bestimmten Abschnitt auftreten wird.” Eine solche Expertise lasse sich nicht mehr in eine Schublade stecken, auf der IT-Experte, Maschinenbauer oder Mathematiker steht. „Hier geht es vor allem um Branchen-Know-how, gepaart mit den genannten Fähigkeiten”, ist der ehemalige Unternehmensberater und spätere Geschäftsleiter eines mittelständischen Software- und Beratungshauses von T-Systems überzeugt.

300 Neueinstellungen in 2015

Mit dem gezielten Ausbau des IT-Bereichs eröffnen sich für Absolventen und Professionals bei Deutschlands Nr. 1 im Engineering attraktive Karriereperspektiven: „Durch das Zusammenwachsen von Engineering und IT erhalten zum Beispiel Ingenieurinformatiker bei FERCHAU die Chance, Produkte auch außerhalb der etablierten Bit-und Byte-Softwarewelt zu entwickeln. Sie sind beteiligt an der Entstehung von Innovationen, die man anfassen kann und die aufgrund von IT neue Fähigkeiten bis hin zur künstlichen Intelligenz besitzen. Dass dies in Branchen und bei Kunden geschieht, die eine hohe Attraktivität besitzen, macht das Ganze noch interessanter und spannender.”

Allein im laufenden Jahr plant Deutschlands Engineering-Dienstleister Nr. 1 die Einstellung von 300 IT-Consultants. Die IT-Spezialisten unterstützen nicht nur Kundenprojekte vor Ort, sondern sie sind als Mitglied von bedarfsorientiert zusammengestellten Projektteams auch an der Abwicklung kompletter Arbeitspakete beteiligt. Darüber hinaus bündelt FERCHAU spezielle Kompetenzen in themenspezifischen Centers of Competence (CoCs) und bietet deren Dienstleistungen überregional an. So ist das CoC medical Mannheim im Bereich der Medizintechnik mit Softwareentwicklung, Software-Verifizierung und -Validierung sowie Hardwareentwicklung befasst. Weitere CoC-Gründungen werden geprüft. All dies geht parallel mit einem weiteren Ausbau der Vertriebskapazitäten einher. Daher gilt: „Account Manager, die aufgrund ihres Backgrounds die komplexen Bedürfnisse unserer Kunden verstehen und diese auf hohem Niveau beraten können, haben bei FERCHAU ebenfalls ausgezeichnete Karrierechancen.”