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„Fokus auf Nachwuchsförderung”

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es”, formulierte einst der Schriftsteller und Publizist Erich Kästner – und legte damit den gedanklichen Grundstein für Corporate Social Responsibility: „ein Konzept gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen, das sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientiert und sich auf die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales erstreckt”. FERCHAU vertritt diesen Ansatz ganz pragmatisch, wie der geschäftsführende Gesellschafter Frank Ferchau im Interview erläutert.

29. Juni 2015

Viele Unternehmen verstehen ihr gesellschaftliches Engagement heute als Corporate Social Responsibility. Wie sieht FERCHAU das Thema „Engagement“?

Frank Ferchau: Wir sind in dieser Hinsicht wohl ein typischer Mittelständler. Engagement ist für uns keine Sache einer strategischen Einstellung, für die es zum Beispiel eine eigene Abteilung gibt. Wir behandeln das Thema „Engagement“ im weitesten Sinne sehr pragmatisch und haben uns eindeutige Regeln für Bereiche gegeben, die wir als Unternehmen stützen und fördern möchten.

Wie stellt sich das konkret dar?

Ferchau: Unser Engagement zielt vor allem darauf ab, junge Menschen, insbesondere Schüler und Studenten, für technische Fragestellungen zu begeistern und den beruflichen Nachwuchs bei der Ausbildung zu unterstützen. Beispielsweise in Form des Deutschlandstipendiums, das von uns bereits über 30mal vergeben wurde. Wir wollen aber auch deutlich machen, dass sich Leistung lohnt. Daher verleihen wir seit 2003 jährlich bundesweit unsere FERCHAU-Förderpreise. Mit ihnen werden herausragende Leistungen von Studierenden und Absolventen honoriert. 2014 haben wir an 26 Standorten über 120 Preisträger ausgezeichnet und dafür über 45.000 Euro aufgewendet.

Warum ist ein solches Engagement mehr als Imagepflege und relevant für unsere Gesellschaft?

Ferchau: Wir sind als Unternehmen, das in allen technischen Branchen und Disziplinen zuhause ist, darauf angewiesen, gut ausgebildete und technisch interessierte Mitarbeiter zu gewinnen. Insofern ist unser Engagement nicht selbstlos. Es geht uns aber auch darum, den Technikstandort Deutschland und seine Innovationskraft zu stärken, damit unser Land im internationalen Wettbewerb weiterhin bestehen kann. Daher engagieren wir uns unter anderem bei der VDI-Initiative „Sachen machen! Ideen made in Germany”. Von der Stärkung des Technikstandorts Deutschland profitieren gesellschaftlich betrachtet letztlich alle. Insofern kann man von einem Geben und Nehmen sprechen.

Was ist das Besondere am FERCHAU-Engagement?

Ferchau: Das ist der für einen Mittelständler klare Fokus unserer Aktivitäten mit dem Ziel, Mensch und Technik zusammenzubringen und Begeisterung für Technik zu wecken. Dazu kommt die altersmäßige Bandbreite bei der Förderung junger Menschen. Sie reicht von den Kleinsten im Kindergarten, deren Wissensdrang wir mit der Vergabe von Forscherkoffern fördern*, bis hin zur Gruppe der Hochschulabsolventen.

Apropos Forscherkoffer: Sie stehen für das FERCHAU-Anliegen, selbst die Kleinsten an das in Deutschland lange Zeit kritisch gesehene Thema „Technik“ heranzuführen. Wie notwendig ist so etwas heute noch?

Ferchau: Es gibt keinen Anlass, dieses Engagement einzuschränken. Ich teile absolut nicht die bei vielen immer noch latent vorhandene kritische Haltung gegenüber „Technik”. Im Gegenteil: Technische Innovationen sind die Basis dafür, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. Als wichtiger Wirtschaftsfaktor steht Technik außerdem für Beschäftigungskontinuität. Sie hat damit auch eine ausgeprägte soziale Komponente.

Wo sehen Sie künftige Schwerpunkte des FERCHAU-Engagements: bei der gezielten Nachwuchsförderung oder im sozialen Bereich?

Ferchau: Wir werden unseren Zielen als Unternehmen sicherlich treu bleiben und den Schwerpunkt weiterhin auf die Förderung des technischen Nachwuchses legen. Ansonsten gilt: Das eine tun, ohne das andere zu lassen.

* FERCHAU unterstützt die Frühbildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“ durch die Vergabe von Forscherkoffern in Wert von rund 17.000 Euro jährlich.