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TechnikSchwungradtechnik

Zeit, dass sich was dreht

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

Die seit mehr als 1.000 Jahren bekannte Schwungrad­technik erfährt durch die Anwendung hochfester Verbundwerk­stoffe ein bemerkens­wertes Comeback.

13. August 2015

Schwungrad­spei­cher als Alternative zu Akkus oder Batterien – das ist heute immer öfter gängige Praxis. Schließlich sorgen die Kurzzeitspei­cher durch ihren hohen Wirkungs­grad, enorm schnelle Zugriffs- und Aufladezeiten, geringe Betriebs­kosten sowie eine hohe Umweltver­träg­lich­keit für einen effizien­teren Umgang mit Energie. Ausschlag­ge­bend für den Aufschwung des Speicher­prin­zips ist der Einsatz hochfester Verbundwerk­stoffe beim Schwungrad, wodurch sich dieses auf Drehzahlen von 60.000 U/min beschleu­nigen lässt. Die Rotations­energie wird gespeichert, indem der Rotor induktiv an einen elektrischen Generator gekoppelt und entsprechend abgebremst wird. Zum Einsatz kommt die aus dem Motorsport bekannte Technik (KERS) unter anderem bei Elektro- und Hybridfahr­zeugen. Dabei geht es um die kurzfris­tige Speicherung von Bremsenergie mit dem Ziel der nachfolgenden Nutzung beim Beschleu­nigen.

Anwendung finden Schwungrad­spei­cher aber auch zur Nutzung von Bremsenergie bei elektrischen Schienen­fahr­zeugen, in Systemen zur unterbre­chungs­freien Stromver­sor­gung (USV) sowie zur Glättung von Spannungs­spitzen in Stromnetzen. Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg bringen die Technik als umweltfreund­liche Speicher­lö­sung für die Energiewende ins Gespräch. Die Professoren Erik Hansen und Stefan Schaltegger erklärten bei einem internatio­nalen Workshop: »Schwungrad­spei­cher bieten wegen ihres auf der Mechanik beruhenden Prinzips wesentliche Umweltvor­teile und können bei entsprechender Weiterent­wick­lung auch ökonomisch eine wettbewerbs­fä­hige Alternative darstellen.« Mögliche Anwendungs­felder sehen sie unter anderem bei der Stabilisie­rung von Stromnetzen, etwa beim Management der unregelmäßig anfallenden erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne. Auch die an der Frankfurter Börse notierte Williams Grand Prix Holdings Ltd. arbeitet an entsprechenden Lösungen. Das erklärte Ziel: »Energiespei­cher­sys­teme, die zunächst für die Formel 1 entwickelt wurden, auch in einem Stromnetz installieren zu können«.

Ausgabe 2015/02

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