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TrendInterview mit René Büst

Digi­tale Trans­for­ma­tion – was dahin­ter­steckt

Lesezeit ca.: 2 Minuten
Bernd Seidel

Bernd Seidel

freier Journalist

Fünf Fragen an René Büst, Senior Analyst und Cloud Practice Lead bei dem IT-Research- und Beratungs­un­ter­nehmen Crisp Research.

02. September 2015

Wie erklären Sie den aktuellen Hype um die digitale Transfor­ma­tion?

René Büst: Digitale Transfor­ma­tion beschreibt den fundamen­talen Wandel vom Unternehmen hin zu einer vollständig vernetzten digitalen Organisa­tion. Auf Basis von neuen Technolo­gien und Applikationen werden immer mehr Prozesse und Prozessele­mente umgestaltet und an die Anforderungen wie Echtzeit und Vernetzung der digitalen Ökonomie angepasst.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?

Büst: Zum Beispiel werden immer mehr Produkte digitali­siert: Bücher, Musik etc. sind nur der Anfang. Denken Sie an digitali­sierte Dienstleis­tungen wie Beratung, Kundenser­vice, Produktver­gleiche. Ein anderes Beispiel ist die Anreiche­rung von Produkten durch digitale Features, etwa bei Autos. Hier wird Software sowohl für die Steuerung des Fahrzeugs als auch in puncto Entertain­ment immer mehr zum differen­zie­renden Faktor. Weitere Themenfelder, die die Digitali­sie­rung vorantreiben, sind Industrie 4.0 – die intelligente Vernetzung von Betriebs­an­lagen – oder das Internet der Dinge. Dieser Wandel nimmt jetzt richtig Fahrt auf.

Woran machen Sie das fest?

Büst: Ein Indiz dafür ist, dass Cloud-Computing in breitem Umfang in den Unternehmen angekommen ist. Cloud-Computing dient als »Ermöglicher« und macht es Unternehmen einfacher, den Weg »digitale Transfor­ma­tion« zu beschreiten.

Was bedeutet das für die Industrie?

Büst: Unsere Studie zeigt, dass die Industrie einen überdurch­schnitt­lich hohen Einfluss (70 Prozent) der Transfor­mie­rung im Bereich der Produktion spürt und damit den Stellenwert der Digitali­sie­rung für das eigene Kerngeschäft wahrnimmt. Firmen sollten sich darauf konzentrieren, ihre Wertschöp­fungs­ketten zu optimieren, und firmenüber­grei­fend über alle Partner und Lieferanten hinweg für eine nahtlose Integration sorgen. Das bildet die Basis für ein umfassendes Digital Engineering vom Anfang (Konzeption und Prototyping) bis zum Ende (Produktion und Vertrieb). Ganz bewusst muss hierbei auf die Vernetzung mit der realen Welt geachtet werden.

Welche Auswirkungen hat die digitale Transfor­ma­tion auf Engineering-Prozesse?

Büst: Immer mehr Unternehmen sind dabei, ihre individu­elle »Digital Infrastruc­ture Fabric« (DIF) zu entwickeln. Dabei handelt es sich um einen Baukasten von Software- und Service-Komponenten, der auf unterschied­li­chen Ebenen für die notwendige Unterstüt­zung sorgt. Zunehmend wichtiger werden auch Developer-Skills, DevOps und Programmier­kennt­nisse – Stichwort: Software-defined Environments. In der IT werden Systeme konfiguriert, indem sie mit Programm­codes oder Skripten programmiert werden. Das bedeutet, dass Ingenieure und Entwickler entsprechend weiterge­bildet werden müssen.

Ausgabe 2015/02

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