MenschenFlorian Alt

»Viel gelernt und an Erfahrung gewonnen«

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

Seine erste Saison in der Moto2-WM hat Florian Alt Anfang November beendet. FERCHAUaktuell hatte bei Halbzeit der Rennserie Gelegenheit, mit dem 19-Jährigen über seine ersten Erfahrungen in der zweithöchsten Prototypenklasse der Motorrad-WM zu sprechen.

30. Dezember 2015

Ein verhangener Tag Mitte Juli 2015, der witterungsmäßig die Stimmung von Florian Alt widerspiegelt, denn der Moto2-Pilot hat wenige Tage zuvor seinen Heim-Grand-Prix am Sachsenring verpasst. Nach einem Trainingssturz mit anschließenden Schwindelattacken gab es von den Ärzten ein Startverbot. Nicht der einzige Nackenschlag für den von FERCHAU gesponserten Oberberger, der zu diesem Zeitpunkt für das italienische IodaRacing-Team acht von 18 Rennen auf seinem 140 PS starken Suter-Bike absolviert hat. Dennoch fällt seine Halbzeitbilanz positiv aus: »Wir haben bei den bisherigen Veranstaltungen viel gelernt und deutliche Fortschritte gemacht. Dass es nicht noch besser lief, lag auch daran, dass die WM auf einem extrem hohen Level stattfindet: Überall wurden Rundenrekorde gebrochen, die teils mehrere Jahre bestanden.«

Probleme bereitete Florian Alt zudem die Abstimmung seines bis zu 300 Stundenkilometer schnellen Bikes, dessen Aluminium-Chassis von der Schweizer Firma Suter Racing stammt. Im Jahr zuvor, bei der hochkarätigen spanischen CEV-Meisterschaft, die er als Vize-Champion in der Moto2-Klasse abschloss, war er noch auf einer Kalex unterwegs. »Das Chassis meiner jetzigen Maschine ist viel steifer, daher ist das Motorrad sehr stabil. Dennoch macht es nicht unbedingt das, was ich will. Vor allem vermisse ich das Gefühl für die Front. Dazu kommt, dass die Maschine ausgesprochen sensibel auf Veränderungen des Settings reagiert. Und auch die harte Dunlop-Rennbereifung fordert ihren Tribut – speziell was den Grip anbelangt.«

Positiv stimmt Florian Alt jedoch unter anderem sein starker Auftritt beim Catalunya-Grand-Prix in Barcelona: »Hier hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, in einer Gruppe mit erfahrenen Moto2-Piloten wie Nakagami, Ant West und Louis Rossi zu fahren und mich zu behaupten.« Am Ende verpasste er nur knapp die erste Top-20-Platzierung. Ein Ergebnis, auf dem der Nümbrechter aufbauen will: »Wir werden jetzt den Reset-Knopf drücken und neu angreifen. Dabei konzentriere ich mich auf den weiteren Ausbau meiner mentalen und physischen Stärke.« Grundlegende Optimierungen am Bike, das wie die der Konkurrenz mit einem einheitlichen 600-Kubikzentimeter-Viertakt-Motor ausgestattet ist, wird es dagegen nicht geben: »Es kommen keine Updates. Wir können lediglich hier und da einen Klick machen und die Geometrie am Motorrad verändern.«

Ausgabe 2015/03

Ausgabe 2015/03

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