Image: „Sharing Ideas – zum Nutzen des Kunden”FERCHAUFERCHAUAlexander Schulz, ehemaliger Vertriebsleiter Süd, ist neuer COO bei FERCHAU
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„Sharing Ideas – zum Nutzen des Kunden”

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

Alexander Schulz, bislang FERCHAU-Vertriebs­leiter Süd, verantwortet seit 1. Juni 2016 als Geschäfts­führer das operative Geschäft der FERCHAU Engineering GmbH. Im nachfolgenden Interview spricht er über seine Pläne und Ziele.

10. Juni 2016

In der FERCHAU-Geschäfts­füh­rung haben Sie an der Seite des geschäfts­füh­renden Gesellschaf­ters Frank Ferchau die Position des Chief Operation Officers (COO) übernommen. Welchen generellen Ansatz verfolgen Sie, um das Dienstleis­tungs­an­gebot für FERCHAU-Kunden weiter zu optimieren?

Alexander Schulz: Wir wollen nicht nur die richtige fachliche Ressource zur richtigen Zeit am richtigen Ort platzieren, sondern – überspitzt ausgedrückt – Probleme lösen, bevor sie entstehen. Was ich meine, ist mehr vorausschau­endes Problemlö­sungs­denken praktizieren. Oder anders ausgedrückt: noch mehr agieren als reagieren und dem Kunden auf diese Weise einen wertvollen Zeitvorteil verschaffen. Wie das erreicht werden kann? Beispiels­weise durch das Prinzip Sharing Ideas. Ich setze auf eine intensivere Vernetzung und einen detaillier­teren Austausch unserer Niederlas­sungen unterein­ander. Es gibt in unserem Unternehmen so viele interessante Ideen und Initiativen, die für mehr als nur den Kundenkreis einer Niederlas­sung erfolgver­spre­chend sind.”

Welche Pläne und Ziele stehen denn für Sie „on top of the list”?

Alexander Schulz: Ganz oben auf der To-do-Liste steht die Umsetzung unserer strategi­schen Ziele, wie zum Beispiel der Ausbau des Automotive-Geschäfts und damit verbunden eine intensivere Präsenz bei den OEMs, die Forcierung unserer IT-Aktivitäten, aber auch die verstärkte Übernahme von Projektver­ant­wor­tung im Rahmen unseres Geschäfts­felds Engineering Competence: Sei es durch passgenau zusammen­ge­stellte Projektgruppen oder durch unsere Technischen Büros. Wichtig ist mir aber auch, dass wir uns im klassischen Dienstleis­tungs­ge­schäft noch weiter verbessern. Beispiels­weise wenn es darum geht, auf Anfragen schnell und effizient zu reagieren und für den Kunden die optimale fachliche Unterstüt­zung zu finden.

Sie erwähnen den Ausbau der OEM-Aktivitäten und den IT-Bereich. Wie profitieren FERCHAU-Kunden davon?

Alexander Schulz: Wir werden mit speziell auf den Automotive-Bereich ausgerich­teten Niederlas­sungen in den Zentren der Automobil­in­dus­trie zu einer noch intensiveren Vernetzung von Fahrzeug­her­stel­lern und Zulieferern beitragen. Ziel ist es letztlich, gemeinsam mit beiden Fahrzeuge zu entwickeln, wobei wir uns in der Schnittstel­len­funk­tion sehen. Das schließt unter anderem den Auf- und Ausbau von Kompetenzen im Werkstatt- und Erprobungs­be­reich ein, etwa wenn es darum geht, die Fahrzeuge testseitig bis zur Serienreife zu führen. Der IT-Sektor ist und bleibt für uns ein zentraler Wachstums­treiber. Hier werden wir gemeinsam mit unseren Kunden die Digitali­sie­rung und Vernetzung von Entwicklung, Produktion, Logistik etc. vorantreiben. Für mich geht es bei dem Stichwort 4.0 aber nicht nur um industri­elle Prozesse, sondern unter anderem auch um die Ausgestal­tung von zukunfts­fä­higen Arbeitsplätzen, die, gleich in welcher Branche, ebenfalls entsprechend vernetzt und in eine noch komplexere IT-Gesamtstruktur eingebunden werden müssen. Stichwort: Big Data.

Die Full-Service-Erwartungen, speziell von Großkunden, steigen. Wie wird FERCHAU den wachsenden Ansprüchen gerecht?

Alexander Schulz: Beispiels­weise durch Projektteams, die exakt im Hinblick auf den Kundenbe­darf zusammen­ge­stellt werden und diesen nach klar definierten Prozessen und mit den entsprechenden Tools und Methoden eigenver­ant­wort­lich bewältigen. Zur umfassenden Problemlö­sung gehört auch die Einbezie­hung eines Partnernetz­werks. Wir wollen und können nicht alles selber machen, sondern werden im Sinne des Full-Service-Gedankens verstärkt Spezialisten einbinden. Dabei kann es sich um einzelne freiberuf­liche Spezialisten, aber auch um hoch speziali­sierte Dienstleister handeln. Mit anderen Worten: Wir stellen das fachlich optimale Portfolio zusammen und haben die Prozesse und Methoden, um es zu managen.

Welche zentralen Herausfor­de­rungen sehen Sie sonst noch im Bereich von Engineering-Dienstleis­tung und IT?

Alexander Schulz: Das Marktumfeld verändert sich. Aufgrund der zunehmenden Reglemen­tie­rungen in der Arbeitneh­mer­über­las­sung – Stichwort: Equal Pay – fragen unsere Kunden vermehrt Werkverträge an. Hinzu kommt, dass die Lieferan­ten­kon­so­li­die­rung vorangetrieben wird.

Die Antwort von FERCHAU …?

Alexander Schulz: FERCHAU ist als Deutschlands Engineering- und IT-Dienstleister Nr. 1 jederzeit in der Lage, großdimen­sio­nierte Projekte in einzelne abnahmefä­hige Arbeitspa­kete zu gliedern und absolut compliance­kon­form abzuwickeln. Das erfordert natürlich eine entsprechende Tool- und Methoden­land­schaft, die bei uns vorhanden ist. Meine Vorstellung geht dahin, dass wir dafür in Frage kommenden Kunden noch intensiver Beratungs­leis­tungen anbieten und Methoden aufzeigen, wie großvolu­mige Projekte in rechtlich einwandfreie Werkverträge zu überführen sind.

Und was ist mit dem Wunsch der Kunden, die Supplier-Zahl nach dem Motto: „Weniger ist mehr” zu reduzieren?

Alexander Schulz: Hier gilt: Wenn Kunden eine Lieferan­ten­kon­so­li­die­rung wünschen, unterstützen wir das selbstver­ständ­lich. Beispiels­weise indem wir die vorhandenen Supplier-Strukturen optimieren, die Lieferanten koordinieren und ihren Einsatz im Sinne eines Third Party Managements steuern. In der Endstufe bieten wir ja schon heute Managed Service Providing als Komplett­ser­vice über die FERCHAU-Schwester­ge­sell­schaft primeING an.

FERCHAU hat sich in den letzten Jahren verstärkt im Ausland positioniert. Welche Ziele verfolgen Sie in dieser Hinsicht?

Alexander Schulz: Wir gehen dorthin, wo uns der Kunde braucht – vorausge­setzt, dass sich die dafür erforder­li­chen Investitionen rechnen: Das heißt, dass eine entsprechende Beauftra­gungs- und Projektland­schaft vorhanden ist. Dafür kommen in besonderem Maße stark im Ausland vertretene Branchen wie die Automobil­in­dus­trie oder die Luft- und Raumfahrt in Frage. Für sie, aber bei Bedarf auch für andere, werden wir Best-Cost-Countries-Lösungen entwickeln.

Sind im organisa­to­ri­schen und prozessualen Bereich alle Weichen gestellt, um FERCHAU-Kunden zufrieden­zu­stellen oder wird es unter Ihrer Regie Veränderungen geben?

Alexander Schulz: Wenn man, wie wir, verstärkt in Geschäfts­be­rei­chen denkt – Marine, IT Automotive etc. – geht es sowohl darum, noch mehr Fachkompe­tenz zu hinterlegen als auch im prozessualen Bereich weitere Optimierungen zu realisieren. Auch in dieser Hinsicht setze ich auf das Sharing-Prinzip. Ziel muss es unter anderem sein, vorhandene Kompetenzen für alle Niederlas­sungen verfügbar zu machen. Damit wir zum Beispiel im Bedarfsfall noch besser in der Lage sind, gesuchtes Know-how passgenau in Projektgruppen zu bündeln.

Mit der Schaffung von Business Units für bestimmte Branchen, Fachbereiche oder Kunden will FERCHAU in dafür prädesti­nierten Niederlas­sungen noch mehr Betreuungs­qua­lität sicherstellen. Werden Sie dieses Ziel weiterver­folgen?

Alexander Schulz: Auf jeden Fall. Unser Ziel ist ja eine stetig größere Speziali­sie­rung auf einzelne Themen, um den Kunden immer maßgeschnei­der­tere und immer mehr in die Tiefe gehende Lösungen anbieten zu können. Ist dann eine bestimmte Anzahl von Business Units vorhanden, lassen sich diese in zentralen Geschäfts­be­rei­chen bündeln, womit für alle Beteiligten eine weitere Professio­na­li­sie­rung des Geschäfts möglich wird.