Image: „Wir stehen für Werte wie Nähe, Offenheit, Verbindlichkeit”FERCHAUFERCHAUFür Frank Ferchau, Geschäftsführer der FERCHAU Engineering, spielt die Unternehmenskultur eine entscheidende Rolle.
UnternehmenFrank Ferchau

„Wir stehen für Werte wie Nähe, Offen­heit, Verbind­lich­keit”

Lesezeit ca.: 4 Minuten
Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

Elementare Wahrheiten müssen nicht in große Worte gekleidet werden. Daher basiert die FERCHAU-Unterneh­mens­kultur auf dem einfachen, aber zutreffenden Grundsatz: Begegne jedem so, wie du möchtest, dass man dir begegnet. Wie dieses Prinzip mit Leben ausgefüllt wird, erläutert der geschäfts­füh­rende Gesellschafter Frank Ferchau.

27. Juni 2016

FERCHAU ist 2016 erneut als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet worden. Das wäre ohne eine stimmige Unterneh­mens­kultur kaum möglich. Welche Bedeutung hat sie bei Deutschlands Engineering- und IT-Dienstleister Nr. 1?

Frank Ferchau: Basierend auf unserem Hintergrund als Familien­un­ter­nehmen hat Unterneh­mens­kultur für uns eine besondere Bedeutung. Damit verknüpft sind traditio­nell Werte wie Nähe, Offenheit, Verbindlich­keit, Individua­lität und Umgang auf Augenhöhe. Der Mensch steht für uns im Mittelpunkt. Unser Anspruch ist es daher, dass wir die genannten Werte auch in unserer jetzigen Größenord­nung leben. Schließlich haben wir uns in unserer nunmehr 50-jährigen Firmenge­schichte vom Ein-Mann-Betrieb zum marktfüh­renden Unternehmen mit mehr als 6.600 Mitarbei­tern weiterent­wi­ckelt. Und so fragen wir uns permanent: Welches sind die richtigen Themen, die unsere Unterneh­mens­kultur widerspie­geln? Was sind auch heute noch zentrale Werte, für die wir stehen, und: Wie setzen wir diese im Alltag und an allen Standorten als Bestandteil unserer Unterneh­mens­kultur um?

Wie lauten die Antworten auf diese Fragen?

Frank Ferchau: Im Prinzip bündelt sich alles in dem Grundsatz: Begegne jedem so, wie du möchtest, dass man dir begegnet. Und was die Werte anbelangt, sind es die bereits erwähnten Punkte: Nähe, Offenheit, Verbindlich­keit, Umgang auf Augenhöhe. Nicht zu vergessen: Transparenz. Ganz entschei­dend ist für uns die Gleichbe­hand­lung aller Mitarbeiter. Unabhängig davon, ob sie beim Kunden, in einem unserer Technischen Büros oder im Rahmen eines Werk- oder Dienstver­trags tätig sind. Das gilt selbstver­ständ­lich auch bei der Entlohnung – geregelt durch einen Entgeltta­rif­ver­trag mit der IG Metall.

Sie erwähnten es bereits: Unterneh­mens­kultur will im Alltag gelebt sein …

Frank Ferchau: Ja, und dafür braucht es Instrumente: Instrumente, die uns helfen, Unterneh­mens­kultur zu leben, und Instrumente zur Effizienz­be­wer­tung. Das Maßnahmenspek­trum bei der Umsetzung reicht von regelmäßigen Mitarbei­ter­ge­sprä­chen und Vorgesetzten-Feedbacks, einer intensiven internen Kommunika­tion, auch über das vorhandene Intranet, bis hin zu regelmäßigen Kontaktge­sprä­chen mit unseren Mitarbei­tern, die beim Kunden vor Ort tätig sind. Die Evaluierung dieser Maßnahmen erfolgt gewisser­maßen über FERCHAU-spezifische „Leistungs­kenn­zahlen”. Das fängt bei der kununu-Bewertung an und hört bei kontinuier­lich durchgeführten Mitarbeiter- und Bewerber­zu­frie­den­heits­um­fragen noch lange nicht auf. Zu diesem Spektrum gehört im Übrigen auch ein eng gefasstes Monitoring bezüglich der Fluktuation, beispiels­weise in Form gezielter Austritts­be­fra­gungen.

Die Mitarbei­ter­för­de­rung ist bei FERCHAU elementarer Bestandteil der Unterneh­mens­kultur. Wie setzen Sie das Versprechen: „Wir entwickeln Sie weiter” in die Tat um?

Frank Ferchau: Dieses Thema ist sehr komplex und hat unterschied­liche Ebenen. Da gibt es zum einen die fachliche Weiterent­wick­lung und zum anderen den Aspekt Förderung der Persönlich­keits­ent­wick­lung. Beide Bereiche decken wir mit insgesamt rund 250 Vor-Ort-Seminaren, Trainings und Workshops, ergänzt um vielfältige online-basierte und ortsunab­hän­gige Schulungen, ab. Aber auch hinsicht­lich der individu­ellen Karriere­för­de­rung bieten wir vielfältige Perspektiven. So haben beispiels­weise unsere technischen Mitarbeiter die Möglichkeit, eine Fachkarriere oder eine technische Führungs­kar­riere zu starten. Bei Interesse und entsprechender Eignung steht ihnen außerdem eine Karriere im Vertrieb offen – um an dieser Stelle nur einige Punkte zu nennen.

Eine gute Unterneh­mens­kultur ist natürlich auch immer mit dem Faktor „faire Entlohnung” verknüpft …

Frank Ferchau: Wie bereits erwähnt, verfügt FERCHAU über einen Haustarif­ver­trag mit der IG Metall, und das bereits seit 2004. Der aktuell gültige Entgeltta­rif­ver­trag gewährleistet unseren Mitarbei­tern eine marktgerechte und projektun­ab­hän­gige Bezahlung, die Konstanz und Kontinuität beim Gehalt sicherstellt. Für uns ist eine planbare Vergütung, die nicht projektori­en­tiert variiert, die Grundlage einer fairen Entlohnung. Wobei das schon angespro­chene Gleichbe­hand­lungs­prinzip für alle Mitarbeiter gilt.

Last, but not least hat Unterneh­mens­kultur viel mit Führungs­kultur zu tun. Wie ist es darum bei FERCHAU bestellt?

Frank Ferchau: Die Werte, die unsere Unterneh­mens­kultur ausmachen, sind nur über eine entsprechende Führungs­kultur umsetzbar. Daher haben wir das Thema Führung permanent auf der Agenda. In einer stark wachsenden Organisa­tion wie der unsrigen ist es wichtig, die kulturellen Führungs­as­pekte speziell auch den neuen Führungs­kräften zu vermitteln. Dement-sprechend schulen wir dieses Thema in den ersten sechs Monaten ihrer Tätigkeit sehr intensiv und verlieren es auch nach dieser Zeit nicht aus den Augen.