Kazem Safari, technischer Mitarbeiter bei FERCHAU
MenschenKazem Safari

„Meine Herkunft hat nie eine große Rolle gespielt”

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

50 Jahre FERCHAU – ein Jubiläum, das sich für langjährige Mitarbeiter mit besonderen Erlebnissen und Erfahrungen verbindet. Wir möchten wissen mit welchen und fragen nach. Diesmal bei Maschinenbauingenieur Kazem Safari, Jahrgang 1957 und seit fast 25 Jahren technischer Mitarbeiter bei FERCHAU Hamburg-Süd.

12. Juli 2016

Was schätzen Sie an Ihrem langjährigen Arbeitgeber FERCHAU – und was zeichnet das Unternehmen aus?

Kazem Safari: Mir gefällt besonders, dass ich meine Tätigkeit beim Kunden weitgehend eigenständig ausüben kann und dabei stets das Vertrauen meines Arbeitgebers besessen habe. Ich bearbeite seit rund 25 Jahren Projekte für einen Großkunden der chemischen Industrie. In dieser Zeit hat mich FERCHAU immer sehr gut unterstützt. Beispielsweise wenn es darum ging, sich durch Fachseminare weiterzubilden. Generell gesehen finde ich es bemerkenswert, welch starke Position FERCHAU bei den Marktteilnehmern in der technischen Industrie hat. Zumal diese sehr hohe Ansprüche an die Dienstleistungen ihres Engineering-Partners stellen.

Ihr Name Mohammad-Kazem Safari-Araghi lässt darauf schließen, dass Ihre Wurzeln nicht in Deutschland liegen...

Safari: Das ist richtig. Meine Wurzeln liegen in Persien. Ich bin in Teheran, der Hauptstadt von Persien, geboren und auch dort aufgewachsen. Seit 1976 lebe ich in Deutschland. Wenn Sie so wollen, schlagen zwei Herzen in meiner Brust.

Bei FERCHAU arbeiten heute Mitarbeiter aus vielen Ländern. Haben Sie das Multikulturelle schon immer als Teil der Unternehmenskultur erlebt?

Safari: Als ich bei FERCHAU vor etwa 25 Jahren anfing, war der Begriff multikulturell nicht oder kaum so besetzt wie heute. Ich wurde aber schon damals in allen Bereichen wertungsfrei akzeptiert. Heute ist multikulturell bei FERCHAU eine Selbstverständlichkeit. Ich verfüge zwar über keine genauen Informationen, wie viele Mitarbeiter aus anderen Nationen im Unternehmen tätig sind, aber in meinem direkten Arbeitsumfeld, beim Kunden vor Ort, habe ich fast täglich mit Kollegen aus anderen Ländern zu tun und arbeite mit ihnen zusammen.

Interessiert man sich im Kundenunternehmen für Ihre Herkunft und das Leben im Herkunftsland oder ist das eher kein Thema?

Safari: Was beim Kunden zählt, ist die Kombination von guter Leistung und sozialer Kompetenz. Deshalb hat meine Herkunft nie eine große Rolle gespielt und war auch kaum ein Thema.

In den fast 25 Jahren Ihrer Tätigkeit gab es sicher viele interessante Projekte. Welches war für Sie das bislang spannendste?

Safari: In der Praxis kommt es nicht selten vor, dass ein verantwortlicher Produktionsleiter eine Entscheidung über den Weiterbetrieb oder die Stilllegung einer Anlage treffen muss. Dabei spielen die Wandstärken bestimmter Bauteile oder Komponenten, die unter hohem Druck und unter hoher Temperatur stehen, eine zentrale Rolle. Ein wichtiges Entscheidungskriterium sind hier die von mir durchgeführten FEM-Berechnungen und Festigkeitsanalysen. Das macht diese Projekte besonders reizvoll und spannend. 

Ihr kuriosestes Erlebnis bei FERCHAU?

Safari: Ich habe früher, neben meiner Tätigkeit für den Großkunden, hier und da auch einmal parallel Projekte in anderen Bereichen unterstützt, und zwar direkt von der Niederlassung aus. An einem Freitagabend wollte ich unbedingt einen eiligen Auftrag zu Ende bringen und habe zu diesem Zweck vom damaligen Niederlassungsleiter den Schlüssel für die Räumlichkeiten erhalten. Meine Arbeit dauerte dann doch länger. Als sehr früh am nächsten Morgen der stellvertretende Niederlassungsleiter mit einem Kollegen in die Niederlassung kam, um hier noch etwas zu erledigen, erschrak der Kollege fürchterlich, weil er nicht damit gerechnet hatte, zu diesem Zeitpunkt jemanden vor Ort anzutreffen.