Eberhard Pfänder, langjähriger Mitarbeiter bei FERCHAU
MenschenEberhard Pfänder

„Von Schlange bis Entenkralle alles probiert”

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

50 Jahre FERCHAU – ein Jubiläum, das sich für langjährige Mitarbeiter mit besonderen Erlebnissen und Erfahrungen verbindet. Wir möchten wissen mit welchen und fragen nach. Diesmal bei Ingenieur Eberhard Pfänder, Jahrgang 1949 und über 30 Jahre lang technischer Mitarbeiter bei FERCHAU Nürnberg.

23. August 2016

Herr Pfänder, Sie waren bis zum Beginn Ihrer Rente als technischer Mitarbeiter von FERCHAU Nürnberg bei Kunden im Einsatz. Allein mehr als 20 Jahre lang waren Sie bei Siemens. Was haben Sie dort hauptsächlich gemacht?

Eberhard Pfänder: Ich war bei Siemens in verschiedenen Abteilungen tätig und mit unterschiedlichen Aufgaben befasst. Am Anfang waren es Planungen für Beleuchtungen an Werften, Zement- und Stahlwerken. Später habe ich 19 Jahre lang die Hardwareplanung von Leittechnik für Wasserkraftwerke realisiert. Die letzten acht Jahre meiner Tätigkeit war ich dann bei der Firma Envi Con als Controller für die Leittechnik von Kohlekraftwerken.

Sie haben für Kunden auch viele Auslandseinsätze absolviert. Wo waren Sie überall?

Pfänder: Ich hatte für Siemens und Envi Con zahlreiche Einsätze auf Baustellen vor Ort. So war ich unter anderem in Jordanien für die Beleuchtungsplanung an einem Zementwerk zuständig. Weitere Reisen führten mich in die Türkei und den Iran, nach Indien und China, wo ich unter anderem an den Vorplanungen für Wasserkraftwerke beteiligt war. Hinzu kamen mehrere Einsätze in den USA. Dort galt es die Örtlichkeiten für neue Leittechnikschränke zu überprüfen, welche die über 50 Jahre alte Technik in 30 Wasserkraftwerken im Tennessee-Tal ersetzen sollten. Bei diversen Inlandsprojekten in Bundesländern wie Thüringen und Hessen war ich außerdem bis zu zwei Jahre auf einzelnen Baustellen vor Ort.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, heißt es sprichwörtlich. Was können Sie erzählen?

Pfänder: Ging eine Auslandsdienstreise über mehrere Wochen, bekamen wir von den Kunden an Sonntagen jemand zur Seite gestellt, der uns die Gegend zeigen sollte. Zwar waren die Baustellen der Wasserkraftwerke üblicherweise in der Pampa, aber Besprechungen fanden ja meist in den großen Städten statt. Woran ich auch immer noch mit einem Schmunzeln zurückdenke: Bei einer Dienstreise hatte ich unterwegs Geburtstag und mein kleiner Sohn, damals in der zweiten Klasse, schrieb mir eine Karte, die ich erst am Geburtstag öffnen durfte. Dort stand dann wortwörtlich, dass es ihm leidtue, dass ich in einem Müllcontainer arbeiten müsse. Er hatte den Baucontainer mit einem Müllcontainer verwechselt.

Welche Dienstreisen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Pfänder: Am meisten in Erinnerung geblieben sind mir meine beiden Aufenthalte in China. Zum einen, wegen des Essens – von Schlange über Entenkrallen bis Skorpion habe ich alles probiert, was dort auf den Tisch kam –, zum anderen wegen der Freundlichkeit der Chinesen gegenüber uns „Langnasen“. Auch wurde ich bestaunt, weil ich die 800 Meter zwischen Hotel und dem Büro, wo die Besprechungen stattfanden, immer zu Fuß ging. Denn in China war es üblich, sich selbst für kleinere Entfernungen ein Taxi zu nehmen. Beeindruckend waren zudem Ausflüge an den Westlake bei Hangzhou und auf den heiligen Berg bei Tai'an.

Was hat für Sie FERCHAU, als Arbeitgeber, besonders attraktiv gemacht?

Pfänder: Besonders attraktiv fand ich die abwechslungsreichen Aufgaben. Selbst beim letzten Einsatz habe ich meine Kenntnisse noch erweitern können. Ich kam mir beim Kunden auch nie als Mitarbeiter zweiter Klasse vor, da ich mich, neben meiner Zugehörigkeit zu FERCHAU, auch immer mit dem jeweiligen Kundenunternehmen identifiziert habe.

Nehmen Sie heute noch Anteil an der Entwicklung von FERCHAU und Ihrer ehemaligen Niederlassung?

Pfänder: Ich pflege noch heute einen sehr engen Kontakt zur Niederlassung Nürnberg. So war ich zu allen Mitarbeiter-Events wie z. B. zum Bowling oder zur Weihnachtsfeier eingeladen und bin gerne gekommen. Ab und zu gehe ich auch auf die Homepage von FERCHAU und schaue, was es Neues gibt.

Trotz Rente: Hat das Thema Technik noch immer einen Platz in Ihrem Leben?

Pfänder: Seit ich in Rente bin sind meine Hobbys Fotografieren und Geocaching in den Vordergrund gerückt. Damit verbringe ich einen Großteil meiner Freizeit.