Image: „Mehr Objektivität, Transparenz und Effizienz”FERCHAUFERCHAU
KarriereFERCHAU Online-Assessment

„Mehr Objek­ti­vität, Trans­pa­renz und Effi­zienz”

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

Deutschlands Engineering- und IT-Dienstleister Nr. 1, FERCHAU, hat als erstes Unternehmen der Branche sein Recruiting um ein Online-Assessment ergänzt. Über die Hintergründe und die damit verbundenen Zielsetzungen sprachen wir mit Elisa Wicke, zuständige Leiterin Rekrutie­rung Projektmit­ar­beiter.

30. Januar 2017

FERCHAU setzt in der Rekrutie­rung ergänzend auf ein Online-Assessment. Was hat es damit auf sich?

Elisa Wicke: Grundsätz­lich dient das Online-Assessment dazu herauszu­finden, wie der jeweilige Bewerber zu uns passt. Die Beantwor­tung dieser Frage soll auf möglichst transparente und objektive Weise erfolgen. Deshalb haben wir auch ein Verfahren gewählt, das nach einer DIN-Norm, der DIN 33430, zertifiziert ist. Nach Eingang einer Bewerbung entscheidet die jeweilige Niederlas­sung, ob es sich um einen Kandidaten handelt, den man in einem persönli­chen Gespräch näher kennenlernen möchte. Wenn ja, ist das Online-Assessment der erste Schritt dazu. Eingesetzt wird ein Algorithmus gestütztes Verfahren, das Aufschluss über die Persönlich­keit und die fachliche Eignung des Kandidaten gibt. Im zweiten Schritt erfolgt dann das persönliche Gespräch. Die Ergebnisse aus beiden ergeben ein Gesamtbild.

Wie läuft das Ganze konkret ab?

Wicke: Das Online-Assessment ist computer­ba­siert und umfasst die drei Module: kognitives Potential, Persönlich­keit und fachliches Know-how. Die fachlichen Fragen können wir individuell auf den jeweiligen Bewerber abstimmen, so dass sie sowohl zu seinem Background als auch zur jeweiligen Position passen. Vom Zeitaufwand her dauert das Online-Assessment zirka 45 Minuten. Zum Abschluss des Verfahrens gibt es eine Auswertung, die auch der Bewerber als Ergebnis­be­richt erhält. Darin wird darauf eingegangen, wie er abgeschnitten hat – wo seine Stärken liegen und wo wir noch ausbaufä­hige Potentiale sehen.

Welche Vorteile bietet das Verfahren Bewerbern und im Endeffekt auch FERCHAU-Kunden?

Wicke: Für Bewerber ist es in erster Linie der Faktor Objektivität, da die Eignungs­be­ur­tei­lung bei dem zertifizierten Verfahren qualitäts­ge­si­chert, transparent und vergleichbar gestaltet ist. Vom Online-Assessment profitieren im Übrigen auch Kandidaten, die nicht die Fähigkeit besitzen, sich im Rahmen von Bewerbungs­un­ter­lagen und/oder eines persönli­chen Gesprächs optimal zu präsentieren. Was die Vorteile für unsere Kunden anbelangt: Diese erwarten, dass FERCHAU für sie schnelle und passgenaue fachliche Unterstüt­zung findet. Durch das Online-Assessment wird dieser Anspruch noch besserum­ge­setzt, da sich durch die objektive und verlässliche Eignungs­prü­fung beispiels­weise ein deutlich runderes Bild der in Frage kommenden Kandidaten ergibt.

Kommt nach dem aus der Finanzbranche bekannten Robo Investing jetzt das Robo Recruiting?

Wicke: Tatsache ist, dass es schon da ist. Robo Recruiting bedeutet ja nichts anderes als eine Erleichte­rung des Rekrutie­rungs­pro­zesses, beispiels­weise indem Algorithmen eingesetzt werden, die ein passgenaueres Matching ermöglichen. Spezielle Bewerbungs­ma­nage­ment-Softwares unterstützen diesen Prozess und integrieren solche Funktionen schon heute.

In welchen Bereichen des Rekrutie­rungs­pro­zesses können Sie sich generell Einsatzmög­lich­keiten für digitali­sierte Verfahren oder für Anwendungen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz vorstellen?

Wicke: Prinzipiell entlang des gesamten Rekrutie­rungs­pro­zesses. Es gibt zum Beispiel schon jetzt Stellenan­zeigen-Optimierungs­soft­wares, die mir sagen, ob ich mit den verwendeten Formulie­rungen, die von mir gesuchten Kandidaten tatsächlich anspreche. Mit anderen Worten: Menschliche und künstliche Intelligenz kommen zusammen. Aber auch im Active Searching werden intelligente Suchmaschinen benötigt, die verstehen, was gesucht wird und die beim Finden der richtigen Kandidaten beispiels­weise Semantik und Ontologie einsetzen.

Wo sehen Sie Chancen, aber auch Grenzen, solcher Verfahren?

Wicke: Eine besondere Chance sehe ich darin, dass wir Rekrutie­rungs­pro­zesse mit dem Einsatz von Algorithmen gestützter Verfahren deutlich schneller und effizienter gestalten können. FERCHAU verfügt beispiels­weise über einen enorm großen Bewerber­pool. Da ist es allein schon von Vorteil, wenn wir bei der Kandidaten-Recherche vom System Vorschläge erhalten. Zu den Grenzen: Wie erwähnt, ist Robo Recruiting ein Stück weit objektiver bei der Beurteilung von Kandidaten. Allerdings, wäre es für mich niemals als alleiniges Auswahlver­fahren geeignet, da der menschliche Faktor „Intuition” fehlt. Das macht sich beispiels­weise bemerkbar, wenn es darum geht, im MINT-Bereich für unsere Kunden ausgespro­chene Spezialisten zu finden. Denn die haben oft einen sehr unkonven­tio­nellen Background.