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„FERCHAU gewähr­leistet Prozess-, Planungs- und Rechts­si­cher­heit”

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

Mit dem Inkrafttreten der Neufassung des Arbeitneh­mer­über­las­sungs­ge­setzes (AÜG) zum 1. April 2017 sind wesentliche Änderungen verbunden – für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und für das Unternehmen selbst. Über die Konsequenzen sprachen wir mit COO Alexander Schulz.

27. Februar 2017

Die Novelle des Arbeitneh­mer­über­las­sungs­ge­setzes hat eine Begrenzung der Überlassungs­dauer von längstens 18 Monaten sowie Equal Pay ab dem zehnten Monat des Einsatzes im Kundenun­ter­nehmen zur Folge. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

Alexander Schulz: Zunächst einmal gilt festzuhalten, dass eine längere Überlassungs­dauer möglich ist, sofern der Kunde über einen entsprechenden Tarifver­trag sowie eine Betriebs­ver­ein­ba­rung mit seiner Mitarbei­ter­ver­tre­tung verfügt. Dessen ungeachtet liegt die Konsequenz einer zeitlichen Begrenzung darin, dass die Arbeitneh­mer­über­las­sung für eine längerfris­tige Zusammen­ar­beit, wie sie beispiels­weise im Entwicklungs­ge­schäft erforder­lich ist, kaum mehr Mittel der Wahl bleibt. Die notwendige Auswechs­lung von Mitarbei­tern bringt Unruhe in Projekte und erschwert die gebotene Kontinuität. Daher wird sich der Einsatz des Instruments Arbeitneh­mer­über­las­sung künftig vorwiegend auf das Abdecken von Arbeitsspitzen fokussieren. Zu Punkt zwei: Equal Pay erhöht den administra­tiven Aufwand und verteuert die Arbeitneh­mer­über­las­sung. Und das auf beiden Seiten: sowohl bei FERCHAU als auch bei unseren Kunden.

Wie stellt FERCHAU dennoch einen effizienten Support sicher?

Alexander Schulz: Wie ich bereits erwähnte, wird die Arbeitneh­mer­über­las­sung beim Abdecken von Arbeitsspitzen eine hohe Attrakti­vität behalten. FERCHAU bietet seinen Kunden hier auch weiterhin einen passgenauen und mit einer hohen Expertise hinterlegten Projekt-Support. Dafür stehen unsere mehr als 7.400 Mitarbeiter, ein gut gefüllter Bewerber­pool sowie die hohe Anzahl verfügbarer Spezialisten. Zum anderen punkten wir mit alternativen Dienstleis­tungs­mo­dellen auf Basis gesetzes­kon­former Werk- und Dienstver­träge. Ich denke hier an den Einsatz von Projektgruppen, die in flexibel umsetzbaren On- und Offsite-Büros direkt beim oder in der Nähe des Kunden tätig werden, oder an die komplette Auslagerung von Aufgaben in unsere Technischen Büros. Je nach individu­ellem Bedarf. Wir gewährleisten unseren Kunden bei allen Vertrags­formen ein Höchstmaß an Prozess-, Planungs- und Rechtssi­cher­heit. Auch durch eine spezielle Tool-Unterstüt­zung, mit der sich beispiels­weise Dienstan­wei­sungen, Berichte und Abnahmen effizient steuern lassen.

Welche Auswirkungen hat das gesetzlich festgelegte Equal Pay für FERCHAU-Mitarbeiter – auch im Hinblick auf den bestehenden Entgelt-Tarifver­trag mit der IG Metall?

Alexander Schulz: Das Besondere an unserem Tarifwerk mit der IG Metall ist, dass die Tarifstruk­turen, unabhängig von der Vertrags­form, für alle FERCHAU-Mitarbeiter gelten. Damit ist eine entgeltliche Gleichbe­hand­lung unserer Mitarbeiter sicherge­stellt. Unser Haustarif­ver­trag gewährleistet ihnen in den ersten neun Monaten eines Einsatzes in der Arbeitneh­mer­über­las­sung Kontinuität beim Entgelt. Ab dem zehnten Monat greift dann Equal Pay, das heißt: Wir zahlen unseren Mitarbei­tern das gesetzlich vorgesehene Entgelt eines vergleich­baren Arbeitneh­mers des Kunden („Vergleichs­ent­gelt”). Aktuell befinden wir uns in einem intensiven Dialog mit der IG Metall über die Möglichkeiten für eine ebenso gesetzes­kon­forme wie praxisori­en­tierte Ausgestal­tung unseres bestehenden Haustarif­ver­trags über die Laufzeit bis Juli 2018 hinaus.

Was passiert, wenn das „Vergleichs­ent­gelt” im Kundenun­ter­nehmen niedriger liegt, als die aus dem Haustarif­ver­trag resultie­renden Ansprüche eines FERCHAU-Mitarbei­ters?

Alexander Schulz: Dann zahlen wir – wie bisher auch – das haustarif­ver­trag­lich geregelte Entgelt. In diesem Fall ändert sich für den Mitarbeiter nichts. Dieses Verfahren praktizieren wir bereits bei Kunden, die sogenannte „kundenspe­zi­fi­sche Equal-Pay-Regelungen” im Einsatz haben. Liegt das Vergleichs­ent­gelt beim Kunden höher, wird die Differenz in Form einer Equal-Pay-Zulage ausgezahlt.

Bei der vom Gesetzgeber geforderten klaren Abgrenzung der Vertrags­formen Werk-/Dienstver­trag einerseits und Arbeitneh­mer­über­las­sung andererseits steht der Faktor Rechtssi­cher­heit mehr denn je im Fokus. Wie reagiert FERCHAU?

Alexander Schulz: Als Deutschlands Engineering- und IT-Dienstleister Nr. 1 sind wir schon seit langem für unsere Kunden auf werk- oder dienstver­trag­li­cher Basis tätig, so dass wir in diesem Kerngeschäft über ein Höchstmaß an Erfahrung verfügen. Dennoch haben wir eine Task Force gegründet, die alle Prozesse und administra­tiven Leistungen im Hinblick auf die neue Gesetzge­bung evaluiert. In diese Aktivitäten eingeschlossen ist auch eine spezielle Schulung unserer Vertriebs­fach­kräfte. Um auf Kundenseite zusätzlich für mehr Transparenz zu sorgen, starten wir im März eine Seminarreihe, bei der ein renommierter Arbeitsrechtler über die neuen Regelungen und die damit verbundenen Konsequenzen informiert. Bei Interesse können sich unsere Kunden direkt an ihre zuständige Niederlas­sung wenden.