Florian Klein, Business Manager Elektromobilität
Unternehmen

Trendthema E-Mobilität

Die belächelte Revolution

Die Herausforderungen in der E-Mobilität sind einfach zu benennen, ihre Lösungen technisch aber hochkomplex. Als Business Manager Elektromobilität gehört Florian Klein zu einer „FERCHAU-Taskforce“, die in diesem spannenden Entwicklungsumfeld an den Lösungen der Zukunft arbeitet.

07. Mai 2017

Herr Klein, die E-Mobilität ist ein unglaublich weites Feld. Wo setzen Sie aktuell Entwicklungsschwerpunkte?

Wir sind in allen Bereichen der E-Mobilität aktiv und können unseren Kunden insbesondere auch durch eigene Werkstattflächen ein breites Spektrum an Entwicklungsleistungen anbieten. Ein Schwerpunkt liegt weiter bei den Ladesystemen. Je schneller und einfacher das Laden funktioniert, desto näher rückt der Durchbruch der E-Mobilität. Ein weiterer Bereich mit großem Entwicklungsbedarf sind die Batterien. Hier sind wir sehr gut aufgestellt, um verschiedenste Aufgaben bis hin zum Testing von Hochvolt-Batterien zu übernehmen.

Steht dabei weiterhin die Reichweite im Vordergrund?

Die Reichweite ist immer noch eine der größten Herausforderungen in der E-Mobilität. Damit hängen aber weitere Themen zusammen. Mit zunehmendem Alter der Batterie sinkt ihr state of health (SOH) und damit die Reichweite des Autos. Schon bei einem SOH-Wert von 80% komme ich als Nutzer nur noch 320 statt 400 Kilometer weit. Da das die Mobilität immens einschränkt, muss die Batterie ausgetauscht werden und es stellt sich die Frage, was dann damit passiert. Wir entwickeln interessante „Second Life“-Möglichkeiten für die Batterie, die über die reine Betrachtung des Fahrzeugs hinausgehen.

Inwiefern wird das die Debatte um die tatsächliche Nachhaltigkeit der E-Mobilität verändern?

Je wirksamer unsere Second Life-Strategien werden, desto länger wird die Einsatzdauer der Batterie und umso besser dadurch ihre Ressourcenbilanz. Gleichzeitig arbeiten wir auch für viele Kunden an Recycling-Lösungen. Die Nachhaltigkeit ist insofern ein großer Bestandteil des Themas. Wichtig ist auch an dieser Stelle, das Fahrzeug nicht autark zu betrachten, nur so kann Nachhaltigkeit konsequent durchgesetzt werden. Wir denken in integrierten Gesamtsystemen und versuchen, das Fahrzeug zu einem Teil des „Smart Home“ zu machen. Es kann zum Beispiel flexibler Pufferspeicher für selbstproduzierte Energie sein.

Wie ist es, in einem Themenfeld mit so rasanter Entwicklungsgeschwindigkeit zu arbeiten?

Als ich vor sieben Jahren damit angefangen habe, wurde die gesamte E-Mobilität-Thematik belächelt. Jetzt werden unsere Entwicklungen plötzlich ernst genommen. Für mich ist das eine großartige Chance, mich mit meinem Wissen in diesem Innovationsthema als Experte zu positionieren. Das ist in den konservativen Feldern deutlich schwieriger.

Führt das nicht auch zu viel Konkurrenz unter den Kollegen?

Im Gegenteil. Natürlich arbeite ich in einem sehr jungen Team und wir bekommen permanent neue motivierte und hoch qualifizierte Kollegen. Doch ich bin immer wieder begeistert von dem offenen Know-how-Austausch, der bei FERCHAU gelebt wird. Es geht nicht um Konkurrenz, sondern darum, gemeinsam neue Standards zu setzen.

Autor

Nina Heinze, Redakteurin Digital/Online