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UnternehmenTrendthema Connectivity

Im fahrenden Büro in die Zukunft

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Nina Heinze

Nina Heinze

Senior Editorial & Content Manager

Für Rolf Schultheis ist es ein Comeback und zugleich der Aufbruch in eine neue Ära: das Trendthema Connectivity. Der Leiter des FERCHAU Geschäfts­felds IT hat sich in seinem früheren Job intensiv mit unterschied­li­chen Telekommu­ni­ka­ti­ons­themen in Deutschland befasst. Jetzt sorgt er mit seinen Mitarbei­tern dafür, dass auch die Fahrzeuge der Zukunft online gehen.

09. Mai 2017

Herr Schultheis, inwiefern verändert Connectivity unsere Mobilität?

Sehr weitreichend, denn wir verwandeln Fahrzeuge dadurch in intelligent vernetzte Endgeräte. Das ist deutlich mehr, als nur eine Verbindung zum eigenen Handy herzustellen und diejenigen spärlichen Informationen auszutau­schen, bei denen die Kompatibi­lität zwischen Fahrzeug und Handy gegeben ist.

Inwiefern macht das einen Unterschied?

Es erweitert das Potential enorm. Auf der einen Seite ist da das Oberthema Multimedia-Nutzung. Das Auto kann zukünftig direkt ohne Handy auf Online-Bibliotheken und -dienste zugreifen und den Insassen deren Inhalte zur Verfügung stellen. Das gilt für Entertain­ment-Apps und Business-Tools, die den Weg zum fahrenden Büro ebnen. Darüber hinaus bieten sich auch ganz neue technische Diagnose-Möglichkeiten

Das heißt, mein Auto kann in Zukunft seine eigenen Fehlfunk­tionen diagnosti­zieren?

Das ist nur der Anfang. Das Stichwort lautet hier Internet der Dinge. Das Fahrzeug wird mehr und mehr zu einem virtuellen Organismus zusammen­wachsen, in dem die einzelnen Teile miteinander kommunizieren sowie auch mit der Plattform des Herstellers. So kann das Fahrzeug Updates laden, den eigenen Zustand melden oder gleich ein benötigtes Ersatzteil bestellen, noch bevor dieses tatsächlich ausfällt. Zusätzlich wird aber auch die Kommunika­tion mit dem direkten Umfeld des Fahrzeugs möglich, sprich mit anderen Fahrzeugen oder Verkehrs­sys­temen. Verkehrs­spe­zi­fi­sche Services und technische Dienste sind eine wichtige Basis für das autonome Fahren. Ähnlich wie in einer Staumeldung können relevante Informationen über Störungen in Echtzeit (!) empfangen und vom Fahrzeug selbstständig verarbeitet werden. Im Dialog miteinander können Fahrzeuge – ähnlich wie ein Fischschwarm –  ihre Geschwin­dig­keit miteinander koordinieren und auf den Verkehrs­fluss reagieren und Unfälle miteinander praktisch vollständig ausschließen.

Vorausge­setzt, sie haben Verbindung zum Netz.

In der Tat sind der breitban­dige Netzausbau und Security immer wieder die größten Herausfor­de­rungen in der Connectivity, aber nicht die einzigen. Wir arbeiten auch an einheitli­chen Standards für Plattformen und Software, damit die Kompatibi­lität gesichert ist. Kommunika­tion darf sich nicht auf den eigenen Standard beschränken – das wäre so, als ob man nur eine einzige Sprache spricht.

Was unterscheidet die Kompetenzen der FERCHAU im Thema Connectivity von Mitbewer­bern?

In erster Linie unsere interdis­zi­pli­näre Arbeitsweise. Zum Beispiel übertragen wir bei der Diagnose und Prognose aktuell sehr viele Learnings aus dem Bereich Maschinenbau und Industrie 4.0 in den Bereich Automotive, denn bei hochentwi­ckelten Maschinen werden solche Verfahren schon intensiv eingesetzt. Darüber hinaus ist es sicher eine große Qualität, immer lieferfähig zu sein. Die Connectivity ist ein wichtiges Trendthema und unsere Kunden schreien danach. Durch 2.200 Mitarbeiter allein im Bereich IT und ein jährliches Wachstum von weit über 20 % können wir immer das passende Know-how für eine effiziente Lösungsent­wick­lung bereitstellen.