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„Best-Cost-Country-Lösungen in FERCHAU-Qualität”

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Franz Jonen

Franz Jonen

freier Journalist

Die Einbindung von Best-Cost Countries (BCC) in die Engineering- und IT-Beschaffung bietet Kunden Vorteile in puncto Kosten und Kapazitäten. FERCHAU setzt dabei auf Lösungen, die nicht allein den Preis zum Maßstab erheben, sondern die darüber hinaus auch auf bewährte Qualitäts­stan­dards setzen. Wie das aussieht, erläutert Patrick Gonser, Leiter Key Account Management FERCHAU-Zentrale.

31. Mai 2017

Warum bietet FERCHAU Best-Cost-Country-Lösungen an? Der Kundenwunsch nach Low-Cost-Sourcing ist doch sicher nicht der alleinige Grund...

Patrick Gonser: Es sind vor allem zwei Punkte, die hier eine zentrale Rolle spielen. Da ist zum einen die Tatsache, dass Konzerne oft eine gewisse Arbeitsleis­tung in Ländern erbringen müssen, in denen sie ihre Produkte verkaufen möchten. In diesem Zusammen­hang ist es vielen wichtig, dass Zulieferer wie FERCHAU diesen Weg mitgehen. Zum anderen legen Großkunden aus Gründen der Wettbewerbs­fä­hig­keit Wert auf die permanente Optimierung ihrer Beschaffung. Da geht es natürlich um günstige Kosten, aber auch um Flexibilität. Beispiels­weise wenn sicherge­stellt sein muss, dass es dem Dienstleis­tungs­partner bei Bedarf möglich ist, für bestimmte Standard­auf­gaben zeitnah 20 Programmierer in die Projektar­beit einzubeziehen. Die schnelle Skalierbar­keit bei gleichzei­tiger Kostenef­fi­zienz zeichnet unseren BCC-Ansatz aus. Dementspre­chend analysieren wir bei der Übernahme großer Aufgaben­pa­kete schon proaktiv, wie wir für den Kunden das Optimum in puncto Kosten, Qualität und Zeit sicherstellen können und unterbreiten ihm entsprechende Lösungsvor­schläge. Aber natürlich gibt es auch Großkunden, die das gezielt nachfragen.

In welchen Best-Cost Countries ist FERCHAU präsent und gibt es dort spezielle Branchen­fo­kus­sie­rungen?

Patrick Gonser: FERCHAU verfügt über einen Standort im indischen Bangalore, der über langjährige Erfahrungen im Luft- und Raumfahrt­be­reich sowie in der Informati­ons­technik verfügt. Hinzu kommen Niederlas­sungen in Spanien und Partnerschaften in Osteuropa. Auf der iberischen Halbinsel bilden neben dem Aviation-Bereich der Automotive- und IT-Sektor zentrale Branchen­schwer­punkte. In Osteuropa ist dies unter anderem auch der Schiffsbau.

Was macht generell das BCC-Angebot von FERCHAU aus? Wo liegen die besonderen Vorteile für die Kunden?

Patrick Gonser: Wir schnüren in enger Abstimmung mit dem Kunden ein Gesamtpaket, bei dem genau definiert ist, wie die flexible Arbeitstei­lung zwischen den deutschen und internatio­nalen Standorten aussieht. Das kann bedeuten, dass wir eine Projektgruppe direkt oder nah beim Kunden installieren und einen Teil des Pakets herauslösen und dieses beispiels­weise mit unseren Kollegen in Indien abarbeiten. Bei alldem gilt jedoch, dass das Projektma­nage­ment immer in Deutschland angesiedelt ist. Kommunika­tion, Koordina­tion, Handling – das alles läuft komplett von hier aus. Entschei­dend ist außerdem, dass die Qualitäts­stan­dards und Qualitäts­pro­zesse, wie sie unsere Kunden aus Deutschland kennen, auch im BCC-Bereich umgesetzt werden. Die Sicherung von Qualität und Termintreue erfolgt also mit identischen Standards.

Was heißt das konkret?

Patrick Gonser: Das heißt zum Beispiel, dass wir sowohl die Kundenpro­zesse als auch die Aufgaben, um die es geht, genau analysieren. Sobald wir die Kundenpro­zesse im Detail kennen, planen wir sie direkt in unser Prozessma­nage­ment ein. Als Ergebnis der Aufgaben­ana­lyse erfolgt außerdem eine intensive Einarbei­tung der Mitarbeiter aus dem BCC. Das kann vor Ort erfolgen oder mittels einer individuell angepassten Trainings­phase bei FERCHAU in Deutschland. Vor dem Projektstart werden gemeinsam mit dem Kunden Meilensteine und Quality Gates festgelegt, deren Einhaltung kontinuier­lich überprüft wird. Dazu kommen interne Audits und Backups. Letztere stellen gerade in der Anlaufphase für beide Seiten eine Art Sicherheits­netz dar. Durchgeführt werden die Backups in der Regel durch eigene Teams in Deutschland oder vertrauens­wür­dige Kooperati­ons­partner im BCC. Last, but not least werden die finalen Arbeitser­geb­nisse geprüft, so dass sie der Kunde direkt verwenden kann.

Um welche Art von Engineering- und IT-Projekten geht es überhaupt im BCC-Business von FERCHAU: Komplexe Entwicklungs­auf­gaben oder Standard­tä­tig­keiten?

Patrick Gonser: Im Fokus steht nicht die Entwicklung von Technolo­gien für übermorgen, sondern es geht um „Fleißauf­gaben” in Sachen High Tech, sprich: standardi­sierte, immer wiederkeh­rende Aufgaben in Entwicklung, Konstruk­tion und IT. Je langfris­tiger, wiederkeh­render und schnittstel­len­ärmer diese sind, desto mehr eignet sich eine BCC-Lösung. Typische Arbeitsbei­spiele sind die Umwandlung von Zeichnungen von einem in ein anderes CAD-System sowie Software­pro­gram­mie­rungen bei allen Arten von Applikationen.

Ab wann lohnt sich der, sicher nicht unerhebliche, Aufwand bei der Realisie­rung von BCC-Lösungen? Gibt es da bei FERCHAU so etwas wie eine Faustformel?

Patrick Gonser: Wie erwähnt, rechnen sich BCC-Lösungen im Rahmen einer langfris­tigen Zusammen­ar­beit. Die Laufzeit eines entsprechenden Projekts sollte mindestens ein Jahr betragen und eine Teamstärke von Minimum fünf, besser zehn, Mitarbei­tern erfordern.

Welche Karriere­chancen bieten sich für Mitarbeiter beziehungs­weise Bewerber mit den BCC-Aktivitäten von FERCHAU?

Patrick Gonser: Die Welt rückt näher zusammen – mit der Konsequenz, dass auch die Arbeit immer internatio­naler ausgerichtet ist. Das gilt auch und gerade in Engineering und IT. Unser BCC-Ansatz eröffnet Mitarbei­tern die Möglichkeit, in Projektgruppen für Großkunden tätig zu werden und dabei Arbeitsan­teile gemeinsam mit Kollegen aus BCC-Ländern abzuarbeiten. Das stärkt nicht nur die interkul­tu­relle Kompetenz, sondern bietet sozusagen auch die Chance, auf internatio­naler Ebene ganz neue Erfahrungen zu sammeln.