Image: Der Kampf um den Mobilitätsmarkt der ZukunftFERCHAUFERCHAU
UnternehmenTrendthema Autonomes Fahren

Der Kampf um den Mobi­li­täts­markt der Zukunft

Lesezeit ca.: 3 Minuten
Nina Heinze

Nina Heinze

Senior Editorial & Content Manager

Das autonome Fahren treibt die Digitali­sie­rung des Fahrzeugs auf die Spitze. Für die Automotive-Branche bedeutet das, dass sie sich mit der Entwicklungs­ge­schwin­dig­keit von IT-Riesen wie Apple oder Google messen lassen muss. Thomas Oberleitner, Business Manager E/E bei FERCHAU, weiß um die Herausfor­de­rungen.

21. Juni 2017

Herr Oberleitner, das autonome Fahren wird gerade in Deutschland immer noch viel diskutiert, selbst die Einrichtung von Teststre­cken ist schwierig. Wie weit ist denn im Gegensatz dazu die technische Entwicklung?

Deutlich weiter. Wir vollziehen gerade den Sprung von der Vorentwick­lung und Forschung zur Serienreife. Das ist aktuell auch eine der zentralen Herausfor­de­rungen in diesem Thema, da mit der Serienreife die Eingliede­rung der agilen Software­ent­wick­lung in den klassischen Serienent­wick­lungs­pro­zess vollzogen werden muss. Diesen nicht einfachen Schritt muss die Branche schaffen, um konkurrenz­fähig zu bleiben. Die Mitbewerber sind ja nicht mehr nur die anderen OEMs, sondern vor allem neue Anbieter wie Apple und Google.

Was können Sie oder die deutsche Automobil­in­dus­trie im Allgemeinen diesen mächtigen neuen Marktteil­neh­mern entgegen­setzen?

In Sachen Entwicklungs­ge­schwin­dig­keit und Datensamm­lung sind uns diese Player sicher voraus, doch wir haben einen ganz entschei­denden Vorteil, nämlich die hochentwi­ckelten und hochwertigen Fahrzeuge, die international nicht umsonst einen guten Ruf haben. Nun gilt es, diesen Wert zu nutzen und unsere Kunden von reinen Fahrzeug­an­bie­tern zu Mobilitäts­dienst­leis­tern weiterzu­ent­wi­ckeln. In Zukunft werde ich eine App haben, die mich von der Haustür zum autonomen Fahrzeug, damit zum Bahnhof und in den richtigen Fernzug bringt. Integrierte Gesamtkon­zepte sind die Lösung.

Wie unterstützen Sie OEMs und Zulieferer bei dieser Entwicklung?

Die hohe Entwicklungs­ge­schwin­dig­keit verlangt flexibles Arbeiten und einen sehr schnellen Know-How-Aufbau und -Transfer. Weil diese Prozesse in den Unternehmen selbst oft in diesem Tempo nicht abbildbar sind, übernimmt FERCHAU als Innovati­ons­dienst­leister an dieser Stelle komplexe Entwicklungs­schritte vollständig.

Können Sie dazu ein Beispiel aus dem Bereich des Autonomen Fahrens geben?

Autonomes Fahren ist ja kein Ergebnis, das irgendwann da ist. Wir implemen­tieren bereits in heutigen Fahrzeugen Bestandteile, die auch autonomes Fahren ermöglichen können, beispiels­weise Fußgänger­schutz- oder Parkassis­tenten. Zuletzt haben wir ein Projekt im Bereich der Sensorik übernommen, bei dem es um die Anbringung der neuen Kamerage­ne­ra­tion am Fahrzeug ging. Wir haben ein Konzept entwickelt, den Halter bei uns vor Ort im 3D-Drucker gefertigt, nachgebes­sert und die entsprechenden Systemein­stel­lungen vorgenommen. Durch unsere Projekt- und Werkstatt­flä­chen können wir alle diese Entwicklungs­schritte aus einer Hand anbieten, was für unsere Kunden ein großer Mehrwert ist.

Was ist für Sie das spannendste an der Entwicklung zum autonomen Fahren?

Sicherlich die Veränderung der Automotive-Branche in Richtung Mobilitäts­dienst­leis­tung. Natürlich gab es auch vorher eine Entwicklung, die aber recht linear in eine bestimmte Richtung lief. Nun spielen hier nicht mehr nur Zylinder, sondern Algorithmen und Mobilitäts­kon­zepte die Hauptrolle, was diese spannende Branche für Leute aus dem IT-Bereich wie mich erst geöffnet hat. Diese Wende eines gerade für Deutschland sehr wichtigen Marktes mitzugestalten, ist extrem interessant.

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