Image: Türe im Balanceakt – reales Jump ’n‘ RunFERCHAUFERCHAUMit „Türe im Balanceakt“ nahm Jonas Johnke am ART OF ENGINEERING teil
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Türe im Balan­ceakt – reales Jump ’n‘ Run

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Philipp Erbe

Philipp Erbe

Editorial & Content Manager

Die drei Preisträger des interdis­zi­pli­nären FERCHAU-Kunstwett­be­werbs ART OF ENGINEERING stehen fest, der Sieger wird am 23. April auf der Hannover Messe bekannt gegeben. Wir stellen alle zwölf Finalisten vor, die ihre Einreichungen zum Thema „binär.bewegt“ präsentieren durften. Bei der Installa­tion Türe im Balanceakt von Jonas Johnke ist der Mensch als Akteur gefragt.

20. März 2018

Auf den ersten Blick lässt sich die Installa­tion Türe im Balanceakt, nicht in Gänze erfassen. Ein Balancier­pfad ist zu erkennen. Die Bewegungen, in die die darin enthaltene alte Holztür versetzt wird, sind zunächst ebenso verborgen wie die Projektion, die per Drehschalter in Gang gesetzt wird. „Türe im Balanceakt ist wie eine Art reales Jump-‘n‘-Run-Spiel zu verstehen“, so Jonas Johnke, der seit 2013 in Nürnberg bildende Kunst studiert. „Auch in diesen klassischen Spielen werden Überraschungs­mo­mente ausgelöst, sobald der Held eine bestimmte Passage erreicht, einen verborgenen Mechanismus betätigt. Der Spieler, der den Helden steuert, agiert zwar in erster Linie, ist aber auch zur Reaktion gezwungen, will er weiterkommen. Die gleiche Systematik gilt auch für meine Installa­tion, auch wenn ich selbst keine Computer­spiel­ver­gan­gen­heit habe.“ Mit ein Grund dafür, dass Johnke bei Türe im Balanceakt das Analoge stärker ins Zentrum rückt.

Ohne die Aktion des Menschen bleibt das Überraschungs­mo­ment in Johnkes Installa­tion aus, die Technik ungenutzt. „Es ist heutzutage leicht, den eigenen Alltag mit automati­sierter Technologie zu vereinfa­chen. Doch in diesem Umfeld verfallen wir in eine passive Rolle, Entschei­dungen werden uns zunehmend ungefragt abgenommen. Bei Türe im Balanceakt ist die Technik beherrschbar und kommt nur dort zum Einsatz, wo sie mir einen Nutzen bringt. Sie wird erst durch mein Zutun in Gang gesetzt und verändert meine Aktionsmög­lich­keiten, öffnet mir beispiels­weise den Weg durch die Tür.“ Bei allem Fortschritt, so Johnke, sollte die Technik weiterhin vom Menschen beherrscht werden. Und nicht umgekehrt.