ART OF ENGINEERING-Teilnehmer und LogoArmin Becher stellte auf dem ART OF ENGINEERING den „Wechselortierer“ vor.
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Wechselortierer: Bewegung heißt Veränderung

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Philipp Erbe

Philipp Erbe

Redakteur Digital/Online

Die drei Preisträger des interdisziplinären FERCHAU-Kunstwettbewerbs ART OF ENGINEERING stehen fest, der Sieger wird am 23. April auf der Hannover Messe bekannt gegeben. Wir stellen alle zwölf Finalisten vor, die ihre Einreichungen zum Thema „binär.bewegt“ präsentieren durften. Esther Gleuwitz und Armin Becher nahmen mit ihrem Wechselortierer teil.

22. März 2018

Wenn sich ein Informatiker und eine Goldschmiedin für ein Kunstprojekt zusammentun, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dabei ein Produkt entsteht, das eine technische Funktion besitzt und zudem als Schmuck am Körper getragen werden kann. So zumindest verhält es sich mit dem Wechselortierer, dem gemeinsamen Beitrags zum ART OF ENGINEERING des Informatikers Armin Becher und Esther Gleuwitz, Studentin der freien Kunst mit dem Schwerpunkt Gold- und Silberschmieden. „Die Kombination von moderner Technik und Schmuck ist das, was uns beide von Beginn an fasziniert hat. Die Grenzen beider Bereiche verschwimmen in unseren gemeinsamen Arbeiten, wir kommen auf viele neue Ideen“, so Becher. Die Inspiration zum Wechselortierer kam dem Künstler-Duo in der Vorbereitung auf sechsmonatige Auslandsaufenthalte, für die es Armin Becher nach Neuseeland, Esther Gleuwitz nach Japan zog. “Wir haben daraufhin eine Arbeit gemacht, die sich mit dem Ortswechsel und der Bewegung beschäftigt.”

Aus Nähe wird Ferne, aus Ferne wird Nähe

Kernstück des Wechselortierers ist ein E-Ink-Display, das ein auf den ersten Blick scheinbar willkürliches Muster anzeigt. „Wir haben die Welt in ca. 127 Millionen vier Quadratkilometer große Flächen eingeteilt. Jedem dieser Quadranten haben wir jeweils ein eindeutiges und unveränderliches Muster zugewiesen“, so Becher. Ein in den Wechselortierer integrierter GPS-Empfänger ermittelt alle fünf Minuten die aktuelle Position. Wechselt der Nutzer den Quadranten, verändert sich das Muster auf dem Display. Somit wird dem Träger seine Bewegung über den Globus sichtbar gemacht. An ihm bislang unbekannten Orten wird er ihm ebenso unbekannte Abbildungen auf dem Display entdecken, während ihm die Muster häufig frequentierter Quadranten bekannt und vertraut sind. „Wir wollen mit dem Wechselortierer verdeutlichen, dass sich das Empfinden und Verorten einer vertrauten Umgebung verändern, erweitern und verkleinern kann. Aus Ferne wird Nähe, aus Nähe wird Ferne. Alles ist davon abhängig wie und in welche Richtung wir uns bewegen.“

Der Wechselortierer im Video