Image: Chair – Zwischen Realität und IllusionFERCHAUFERCHAUMit „Chair“ nahm Ipkyu Jang am ART OF ENGINEERING teil
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Chair – Zwischen Realität und Illu­sion

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Philipp Erbe

Philipp Erbe

Editorial & Content Manager

Die drei Preisträger des interdis­zi­pli­nären FERCHAU-Kunstwett­be­werbs ART OF ENGINEERING stehen fest, der Sieger wird am 23. April auf der Hannover Messe bekannt gegeben. Wir stellen alle zwölf Finalisten vor, die ihre Einreichungen zum Thema „binär.bewegt“ präsentieren durften. Mit Chair lässt Ipkyu Jang die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen.

29. März 2018

Vier Stühle, auf die vier Kameras gerichtet sind. Einer dieser Stühle wird auf eine Leinwand übertragen. So sieht es der Betrachter von außen. Nimmt er auf einem der Stühle Platz, wird ihm bewusst, einer Illusion verfallen zu sein. Nicht einer, sondern alle vier Stühle sind auf der Leinwand zu sehen – zumindest Teile von Ihnen. Per Computer­pro­gramm hat der Künstler Ipkyu Jang sie zu einem virtuellen Stuhl zusammen­ge­setzt. „In meinen Arbeiten befasse ich mich ausgiebig mit der Grenze zwischen Realität und Illusion, die meist anders verläuft, als wir zunächst annehmen“, so der Koreaner.

In Jangs Werken koexistieren Realität und Virtualität nicht nur nebenein­ander, sie verschwimmen ineinander. Der Aufbau seiner Werke lässt die Grenze verblassen, sodass der Betrachter erst bei genauerer Betrachtung erkennt, wo die physische Welt endet und die künstliche Welt beginnt. „Das binäre System kennt nur zwei Zustände: null oder eins. Wahr oder falsch. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist die Welt der Informatik stets eindeutig. Und doch ist die moderne Hard- und Software imstande, uns Menschen dazu zu bringen, nicht reale Informationen, als real zu akzeptieren, künstliche Bilder als Teil der Wirklich­keit einzustufen.“

Genau diese Möglichkeiten macht sich Jang zunutze, um für den Betrachter faszinie­rende Werke zu inszenieren, die aber auch zum Nachdenken anregen. „Mehr denn je müssen wir Menschen uns in einer technolo­gi­sierten Welt bewusst sein, dass nicht alles, was real scheint, auch tatsächlich echt ist. Es kann nicht schaden, im Zweifel genauer hinzusehen, um Wirklich­keit und Schein zu unterscheiden.“