Image: Lemniskate: Leben in EndlosschleifeFERCHAUFERCHAUMatthias Prinzen stellte auf dem ART OF ENGINEERING das Werk „Lemniskate“ von Klaus Illi vor.
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Lemnis­kate: Leben in Endlos­schleife

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Philipp Erbe

Philipp Erbe

Editorial & Content Manager

Die drei Preisträger des interdis­zi­pli­nären FERCHAU-Kunstwett­be­werbs ART OF ENGINEERING stehen fest, der Sieger wird am 23. April auf der Hannover Messe bekannt gegeben. Wir stellen alle zwölf Finalisten vor, die ihre Einreichungen zum Thema „binär.bewegt“ präsentieren durften. Matthias Prinzen präsentierte das Werk Lemniskate des Künstlers Klaus Illi.

10. April 2018

Ein Rollator und ein Kinderwagen, jeweils befestigt auf mobilen Roboterein­heiten, die eine Lemniskate fahren, eine liegende Acht, das Symbol für Unendlich­keit. Klaus Illis Beitrag zum ART OF ENGINEERING verknüpft die Unendlich­keit, den Lauf der Dinge, mit der Endlichkeit des Lebens. „Die Installa­tion Lemniskate stellt einerseits eine humoristi­sche Verbindung zwischen Vergangen­heit, Gegenwart und Zukunft dar. Sie regt aber auch zum Nachdenken über Vergänglich­keit und unsere Abhängig­keit von Mobilität zu allen Zeiten an“, so Matthias Prinzen, der den Künstler beim Wettbewerb vertrat, und konkreti­siert: „Der Kinderwagen macht uns in jüngsten Jahren, in denen wir uns eigentlich noch nicht oder nur begrenzt selbst fortbewegen können, mobil. Der Rollator verlängert unsere Mobilität im Alter. In einer Zeit also, wenn die Beine uns eigentlich nicht mehr tragen können“, so Prinzen.

Vergangen­heit, Gegenwart und Zukunft – Kinderwagen, autonomes Fahren und Rollator. In Lemniskate lässt Klaus Illi die Endlichkeit ins Unendliche übergehen. Das Leben läuft in Endlosschleife ab. Und dieses verläuft eben nicht in einem geregelten Kreislauf ohne Komplika­tionen. Rollator und Kinderwagen fahren in unterschied­li­chen Geschwin­dig­keiten die Lemniskate ab, kommen sich gegenseitig ins Gehege. Kollisionen, etwa am Kreuzungs­punkt, verhindert die Gegenwart in Form der autonom fahrenden Roboter. „Somit erwacht bei Lemniskate auch die – bewusst sichtbar gehaltene – Technik selbst zum Leben, was der Installa­tion eine weitere Dimension verleiht“, so Prinzen. „Aus welcher Perspektive der Betrachter sich auch immer Klaus Illis Werk nähert: Seine Sichtweise und Interpre­ta­tion wird ihn zum Nachdenken animieren – und gleichzeitig zum Schmunzeln anregen.“