Image: Bereit für die Generation „Know-why“?FERCHAUFERCHAUDie Generation Y fordert moderne Kommunikations- und Arbeitsformen ein | peshkov
TrendDigitalisierung der Arbeitswelt

Bereit für die Gene­ra­tion „Know-why“?

Lesezeit ca.: 3 Minuten
Mirčo Krsteski, Business Manager IE Fahrzeugtechnik

Mirčo Krsteski

Business Manager IE Fahrzeugtechnik

Die Digitali­sie­rung, auch als vierte industri­elle Revolution bezeichnet, ist in vollem Gange. Doch was bedeutet die neuerliche grundlegende Veränderung für den Menschen? Wie wirken sich Automati­sie­rungs­pro­zesse auf die Anforderungen der kommenden Beschäfti­gungs­ge­ne­ra­tionen aus?

13. April 2018

Maschinen werden zunehmend intelligenter. Schon heute tauschen sie sich unterein­ander aus, durchlaufen nicht mehr nur die vom Menschen vorgegebenen Abläufe, sondern treffen zunehmend eigenstän­dige Entschei­dungen. In Zukunft wird die Rolle des Menschen im Automatismus der Maschinen weiter abnehmen, wenngleich die künstliche Intelligenz unsere Fähigkeiten auch auf lange Sicht nicht komplett ersetzen kann.

Auf absehbare Zeit bleibt der Mensch unverzichtbar

Natürlich werden heute bereits einfachere Aufgaben roboterge­stützt oder auch automati­siert von Maschinen übernommen. Etwa in der Lagerlogistik. In anderen Bereichen jedoch bleibt der Mensch unersetz­lich. Im Fahrzeugbau, wo immer komplexere IT-Strukturen integriert, vernetzt und abgesichert werden müssen, werden die Fertigkeiten und die Intelligenz des Menschen nach wie vor das Maß der Dinge bleiben. Die qualifizierte Fachkraft wird also weiterhin stark gefragt sein. Mehr noch: Der Mangel an Experten wird sich weiter intensivieren und dazu führen, dass der Wert des fachlichen Wissens weiter steigen wird.

Was jedoch ebenfalls richtig ist: Die Digitali­sie­rung nimmt auch abseits der vom Schlagwort Industrie 4.0 geprägten Arbeitsfel­dern immer mehr Raum ein und prägt unser aller Arbeitsalltag. Sie eröffnet uns völlig neue effizien­tere und direkte Formen und Wege der Zusammen­ar­beit in und zwischen Unternehmen. Unmittel­bare ortsunab­hän­gige globale Korrespon­denz und flexibles Arbeiten – beides wäre ohne den technischen Fortschritt nicht möglich.

Für die Generation Y sind die Möglichkeiten, die die moderne Technik bereits selbstver­ständ­li­cher Teil des Lebens. Dies wirkt sich auch auf die Wahrnehmung und Akzeptanz von Hierarchien und auf die Dauerhaf­tig­keit von Zuständig­keiten aus. Instant-Messenger ermöglichen den permanenten, schnellen und direkten Austausch unterein­ander. Und das längst nicht mehr nur im Privaten. Die Schwelle, das Hierarchie­denken zwischen Kollegen und Vorgesetzten schwindet. Gespräche finden auf Augenhöhe statt. Auch Arbeitsgruppen können sich flexibel für einzelne Projekte zusammen­finden und vernetzen. Statt gesetzter Führungs­kräfte übernehmen die jeweils Erfahrensten die Leitung. Und so wird, bedingt durch den steigenden Wert der Fachkraft einerseits und die eingefor­derte Flexibilität der Generation Y andererseits, die projektba­sierte Zusammen­ar­beit weiter zunehmen. Die durch Globalisie­rung forcierte Schnelle­big­keit fordert den Dienstleis­tern in diesem Bereich ab, ebenfalls neue Wege zu gehen, die Rolle des vertrauens­wür­digen und kompetenten Mittlers stärker zu spielen. Webplatt­formen wie FERCHAU Freelance und My FERCHAU Experts , über die Arbeitgeber und speziali­sierte Fachkräfte für gezielte Aufgaben passgenau zusammen­finden können, werden vor diesem Hintergrund weiter an Bedeutung gewinnen.

Die Frage nach dem Sinn

Unternehmen müssen sich im Zuge der Digitali­sie­rung also zahlreichen Herausfor­de­rungen stellen. Wollen Sie zudem die besten Spezialisten für sich gewinnen, müssen sie die modernen, flexiblen Formen der Zusammen­ar­beit bieten und nutzen. Und auch das allein reicht nicht mehr aus. Denn – Zufall oder nicht – die Bezeichnung als Generation Y verrät im Englischen („Y“ gesprochen „why“) mehr über die Anforderungen der kommenden Fach- und Führungs­kräfte. Während auf Unterneh­mens­seite das Know-how weiterhin eine große Rolle bei der Stellenbe­set­zung spielt, gewinnt das „Know-why“ bei den Nachwuchs­kräften immer mehr an Bedeutung. Warum agiert das Unternehmen so agiert, wie es agiert? Warum bietet es die Produkte an, die es anbietet? Warum lohnt sich ein Engagement für mich als Arbeitskraft? Welchen Nutzen kann ich aus einer entsprechenden Bindung für mich ziehen? Eine klare Unterneh­mens­phi­lo­so­phie, verbindliche Leitbilder und Werte – Faktoren, die der Generation Y wichtiger sind als das Gehalt.

Flexibel, authentisch, vertrauens­würdig und auf die Herausfor­de­rungen der Digitali­sie­rung eingestellt – Unternehmen die diese Eigenschaften glaubhaft vermitteln können, haben gute Chancen, auch in Zukunft die besten Fachkräfte für sich zu gewinnen.