Image: Von null auf 200FERCHAUFERCHAUÓscar Elvira, Country Manager von FERCHAU Engineering Spain
UnternehmenFERCHAU Spain

Von null auf 200

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Alexander Freimark

Alexander Freimark

freier Journalist

Spanien ist der größte Auslands­markt für FERCHAU. An mittlerweile vier Standorten werden Kunden aus der Luftfahrt, dem Automobil­sektor und anderen Industrie­zweigen von unseren Mitarbei­tern unterstützt. Óscar Elvira, Country Manager von FERCHAU Engineering Spain, erläutert im Interview die Schwerpunkte der Niederlas­sungen und die Wachstums­stra­tegie.

31. Juli 2018

Herr Elvira, das spanische Geschäft von FERCHAU entwickelt sich außerordent­lich gut. Woran liegt das ihrer Meinung nach?

Óscar Elvira: Die Frage hören wir inzwischen oft von Kollegen aus anderen Ländern. Vor rund fünf Jahren sind wir bei null gestartet, inzwischen haben wir mehr als 200 Mitarbeiter an vier Standorten. Allerdings gibt es kein Geheimnis für das Wachstum – nur ein Angebot, das die Nachfrage trifft, sowie beständige Arbeit. Schließlich müssen wir unsere internen Ziele und die externen Projektvor­gaben erfüllen. Eins ist mir und dem Team aber immer wichtig: Wir denken im großen Stil und wollen einer der bedeutendsten Engineering-Dienstleister in Spanien werden. So arbeiten wir alle jeden Tag daran, dieses Ziel auch zu erreichen.

Inwieweit hat die wirtschaft­liche Belebung der Wirtschaft Anteil am Erfolg?

Elvira: Der spanische Markt und die Grundstim­mung verändern sich nach schwierigen Jahren allmählich zum Positiven, auch wenn es noch viel zu tun gibt. Mit unserem Wachstum und der Kundendurch­drin­gung haben wir einige Wettbewerber in der Krise hinter uns gelassen. Nun stehen Unternehmen vor der Notwendig­keit, mit neuen Projekten zu wachsen. Hier liegt unsere Chance in den kommenden Jahren. Dank der Positionie­rung in Wachstums­bran­chen und ökonomisch starken Regionen können wir die wirtschaft­liche Belebung nutzen, um unseren eigenen Wachstums­kurs fortzusetzen.

In welchen Regionen und Branchen sind Sie aktiv?

Elvira: Unsere Entwicklung begann im Aviation-Sektor mit einem Büro in Getafe bei Madrid. Hier und in Sevilla unterstützen wir seit 2013 Airbus mit Engineering-Services und Spezialisten. Durch die Vor-Ort-Präsenz konnten wir uns als Zulieferer besser für transnatio­nale Arbeitspa­kete des Konzerns empfehlen. Bei unserem dritten Standort in Barcelona steht das General Engineering für Automotive und die Industrie mit Kunden wie Seat und HP im Mittelpunkt. Und seit diesem Jahr schließlich sind wir in Bilbao aktiv, einer wirtschaft­lich starken Region im Norden. Im Baskenland haben sich neben Konzernen wie Mercedes-Benz und Volkswagen viele Hersteller und Zulieferer etwa von Eisenbahnen, Windkraft­an­lagen, aus der Luftfahrt, dem Maschinenbau sowie der IT angesiedelt.

Welche Kompetenzen und Skills suchen Sie zurzeit?

Elvira: Wir arbeiten in verschie­denen Branchen und technischen Feldern, daher suchen wir auch viele unterschied­liche Kompetenzen aus dem klassischen Engineering bei unseren Bewerbern. Momentan liegt der Schwerpunkt aber klar auf IT-Aktivitäten, denn viele spanische Unternehmen transfor­mieren und optimieren derzeit ihre Abläufe. Hier sind wir mit zwei dedizierten Business-Units in Barcelona und Madrid gestartet, Bilbao soll im Laufe des Jahres folgen. Daher suchen wir vorrangig IT-Experten, etwa für die Digitali­sie­rung und Big Data sowie Projektma­nager.

Wie unterscheiden sich die spanische und die deutsche Mentalität, und wo liegen Reibungs­punkte in der Zusammen­ar­beit?

Elvira: Zwischen Deutschland und Spanien gibt es gewisse kulturelle Unterschiede, aber das sind nur Marginalien, die einer guten beruflichen Kooperation nicht im Weg stehen. Spanier legen auch Wert auf pünktliches Erscheinen, vor allem bei Fußballspielen und Theaterauf­füh­rungen. Wenn man hier aber ein paar Minuten später zu einem Business-Meeting kommt, entscheidet das nicht über den Erfolg des Projekts. An derartige Unterschiede haben sich beide Seiten jedoch schnell gewöhnt. Spanische Unternehmen arbeiten gerne mit deutschen Firmen zusammen, das Verhältnis ist ziemlich positiv.

Herr Elvira, vielen Dank für das Gespräch.