FERCHAU-Mitarbeiter Dirk Kleindt
Dirk Kleindt

Der erste FERCHAU-Prak­ti­kant

Im Jahr 2002, lang vor der berüchtigten Generation Praktikum, stellte sich Dirk Kleindt bei FERCHAU vor und wurde kurz darauf der „Elton“ der Firma, der erste FERCHAU-Praktikant. Mit Witz und Neugier eroberte er die Herzen im Sturm und blieb nach dem Praktikum einfach da. Seitdem ist der heute 48-Jährige als Technischer Zeichner für verschiedene Unternehmen im Einsatz gewesen – doch sein Arbeitsplatz ist jedes Mal unverkennbar.

Büros sehen immer ein bisschen ähnlich aus: eine Wand in schlichter Farbe, mal einzelne Räume, mal ein Großraum mit Stellwänden, Schreibtische, Computer, Drehstühle, ein Familienfoto, eine Konzerteintrittskarte, ein Band-Shirt, mehrere Festivaltickets – Moment. Dieser eine Arbeitsplatz passt so gar nicht zum Rest der zurückhaltenden Einrichtung. Hinter dem Bildschirm sitzt ein Mann mit Glatze und einem langen grauen Bart und grinst. „Ja, bei mir sieht’s ein bisschen anders aus.“

Der Mann heißt Dirk Kleindt, war mal der erste Praktikant bei FERCHAU („Die wussten gar nicht, was sie mit mir machen sollen“) und ist bekennender Metal-Fan. Früher Punk, mittlerweile Deathmetal. „Wegen meiner Frau. Sie war Sängerin in einer Rockband und mit ihr habe ich mich auch gleich in die Musik verliebt.“ Dabei hat er die harten Gitarrensolos vorher gehasst, doch die Liebe verändert eben und so wird aus dem Punkliebhaber Kleindt vor sechs Jahren der Metaller Kleindt, mit allem, was dazugehört. „Wir fahren sehr viel zu Konzerten und natürlich zu Festivals. Wobei – momentan nicht so viel.“

Der Grund brabbelt im Hintergrund irgendetwas Unverständliches. Der Verzicht auf Festivals ist für den Technischen Zeichner ein geringer Preis für das Glück, Vater zu sein. Odin macht das Trio perfekt, er ist ein Jahr alt und hat zwei große Halbschwestern: die 23-jährige Jana und die 12-jährige Conny aus Dirk Kleindts erster Ehe. Vielleicht übernehmen sie bald mal das Babysitten. „Ansonsten gibt es in Wacken ja sogar einen Kindergarten, das ist also kein Problem. Es sieht auch total lustig aus, wenn die kleinen Kinder da alle barfuß im Schlamm herumlaufen“, sagt der 48-Jährige und schließlich seien die Metaller ein kinderfreundliches Volk. „Je gefährlicher sie aussehen, desto netter sind sie. Die toben sich beim Konzert aus, Aggressionen gibt es bei solchen Festivals kaum.“

Ein ganz besonderes Fest soll auch so bald wie möglich stattfinden. Denn Dirk Kleindt und seine Frau sind zwar schon seit einem Jahr offiziell verheiratet, doch die große Feier fehlt noch und wird etwas ganz Besonderes werden. „Durch die Musik sind wir auch große Mittelalter-Fans und würden gern in diesem Stil heiraten.“ Sein Sohn hat dafür jedenfalls schon jetzt den passenden Namen. „Dazu gibt es eine lustige Geschichte. Als wir im Krankenhaus waren und der kleine Mann endlich auf der Welt war, hat der Arzt gefragt, wie er denn heißen soll. Meine Frau sagte ,Odin‘ und der Arzt war total begeistert. Er ist auch Mittelalter-Fan.“ Klein-Odin kreischt erneut, die Metaller-Gene scheinen sich schon jetzt durchzusetzen, die Lautstärke jedenfalls stimmt.