FERCHAU-Mitarbeiter Manuel Peelen
Manuel Peelen

Ein Welten­bummler der beson­deren Art

Wenn Manuel Peelen sich entspannen will, reist er. Dafür reichen ihm einige Stunden, er braucht keinen Koffer und keinen Pass, denn der 33-jährige Softwareentwickler reist nicht in der Welt umher, sondern lieber in andere Welten. Alles, was er dazu braucht, sind ein Brettspiel und ein paar gute Freunde.

Konzentriert lässt Manuel Peelen seinen Blick über die Landschaft schweifen, die sich vor ihm erstreckt. Ein großer Hof, weite Wiesen, das alles gehört ihm. Doch der Besitz allein bringt ihm noch nichts, der Hof muss Profit abwerfen, wachsen, und das wenn möglich schneller als die Höfe seiner Konkurrenten. „Es ist eine Frage der richtigen Strategie“, sagt Peelen und spricht so ernst, als ginge es wirklich um seine Existenz.

Dabei ist der 33-Jährige in Wirklichkeit nicht Bauer, sondern Softwareentwickler, und die grüne Landschaft vor ihm ist ein Spiel. „Mich fesselt an Spielen die Möglichkeit, ganze Welten zu erkunden, Dinge zu entdecken und in immer neue Situationen zu geraten. Außerdem lernt man viel über sich selbst, kann in andere Rollen schlüpfen und sich in dieser anderen Welt ganz anders ausdrücken.“

Aufgrund seines Berufs könnte man nun leicht annehmen, Manuel Peelen sei ein Fan von Computerspielen, doch Agricola – das Spiel mit dem eigenen Bauernhof – ist ein Brettspiel. „Da kommt natürlich die soziale Komponente hinzu, man ist mit Freunden zusammen, lacht und verbringt einen schönen Abend.“ In einer anderen Welt. Für Peelen gibt es nichts Besseres, um einfach mal abzuschalten. Und das, obwohl die Spiele für ihn erst dann richtig spannend werden, wenn sie kompliziert sind. Wenn er über dem Spielfeld brüten und Strategien entwickeln kann und dadurch ganz in die Spielwelt eintaucht. „Wenn man gut sein will, muss man sich aus dieser Welt herausdenken. Da gehen schnell mal sieben Stunden bei einem guten Spiel ins Land.“

Doch Manuel Peelen denkt nicht nur aus anderen Welten hinaus, sondern erfindet sie auch selbst. Und da kommen dann doch die Computer ins Spiel. „PC-Spieleentwicklung finde ich unheimlich spannend, das könnte ich mir auch beruflich vorstellen“, sagt der Softwareentwickler. „Aber man muss natürlich viel Glück haben, um etwas auf den Markt zu bringen, was wirklich gut ankommt. Gerade als Ein-Mann-Projekt ist das fast unmöglich. Vielleicht entwickle ich doch lieber ein Brettspiel, das ist technisch weniger aufwendig, aber da ist genauso viel Platz für Fantasie.“

Glücklicherweise hat sein Job auch jetzt schon viel von diesem „Sichreindenken“ in andere Systeme, wenn auch mit einem wesentlich realistischeren Ergebnis, denn Manuel Peelen entwickelt Prüfsoftware für eine Antennensteuerungsanlage. „Da kann ich mich auch gut reinvertiefen.“ Die nächste Reise geht nicht in eine Spielwelt, exotisch bleibt es aber dennoch: Das ferne Japan steht auf dem Programm, für Peelen ein Abenteuer: „Das ist quasi eine andere Welt in der echten Welt.“