FERCHAU-Mitarbeiter Wibke Kötter
Wibke Kötter

Haupt­sache, tanzbar!

Eine Arena voller Menschen. Das Licht geht aus, Pfiffe, Applaus, Jubel. Langsam tauchen Scheinwerfer und künstlicher Nebel die Bühne in ein schummriges Licht. Vier Gestalten erscheinen: System of a Down. Mit tosendem Applaus wird die Band von ihren Fans begrüßt. Auch Wibke Kötter klatscht begeistert und stimmt in die ersten Töne von Sänger Serj Tankian ein. 

Dabei ist sie kein wirklicher Metal-Fan. „Ich war in diesem Jahr auch schon auf Konzerten von Wanda und den Fantastischen Vier. An ein bestimmtes Genre bin ich nicht gebunden, Livemusik begeistert mich einfach“, sagt die 40-Jährige.

Es folgen zwei Stunden Alternative Metal mit harten Gitarren, fliegenden Haaren und einem Publikum, das sich in Trance rockt. Die Fans kennen jeden Song und brüllen ihren Stars die Zeilen ihrer eigenen Texte entgegen. Die Band revanchiert sich mit Gitarren- und Drumsolos und Gesang an der äußersten Stimmbandgrenze. „Diese Interaktion fasziniert mich. Eine gute Liveband reagiert auf das Publikum und andersherum. Der Funke muss überspringen, dann schaukeln sich die beiden Seiten gegenseitig hoch. Das ist eine Kunst.“

Eine, die auch Wibke Kötter selbst perfekt beherrscht. Im IT-Vertrieb von FERCHAU muss sie als Senior Account Manager IT täglich mit Menschen kommunizieren. E-Gitarren oder Hip-Hop-Beats kommen dabei selten zum Einsatz, doch das Prinzip ist dasselbe. „Im Gespräch mit dem Kunden muss die Chemie stimmen. Ich muss die Stimmung, die Wünsche meines Gegenübers durchschauen und darauf reagieren. Mich reizt es, mich immer wieder auf neue Charaktere einzustellen.“

Genau wie auf die verschiedenen Musikstile. Schließlich findet man nur wenige Menschen, die mit dem gleichmäßigen Wippen eines Hip-Hop-Publikums ebenso mitgehen können wie mit dem wilden Rhythmus eines Metal-Konzerts. „Für mich muss es tanzbar sein, bei einem guten Konzert kann ich mich richtig frei tanzen und auspowern.“ Glücklicherweise hat Kötter in ihrem Partner jemanden gefunden, der ihre musikalische Vielseitigkeit teilt. „In 99 % der Fälle ist er dabei, da spannen wir dann die Familie ein, damit sie auf unsere beiden Mädels aufpasst, oder organisieren einen Babysitter. Ein paar gute Livekonzerte im Jahr müssen einfach sein.“

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