Jessyca Haas

Kommu­ni­ka­tion geht auch ohne Worte

Wenn Jessyca Haas eine Tanzfläche betritt, verschwindet der Alltag aus ihrem Kopf. Bei argentinischen Tangorhythmen kann sie perfekt abschalten. Dabei hat der Tanz viel mit ihrem Arbeitsalltag gemeinsam.

Denn Jessyca Haas beschäftigt sich in ihrem Job als Teilprojektleitung bei einem großen Automobilhersteller mit Themen wie Leadership, Future Work Places und Change Management. Bei all diesen Themen spielen der Mitarbeiter und die Kommunikationsgestaltung im Unternehmen eine entscheidende Rolle. „In Zeiten zunehmender Agilität und Individualisierung müssen sich Unternehmen immer mehr damit auseinander setzen, wie Arbeit und Arbeitsplätze attraktiv gestaltet werden können. So fühlen sich die Mitarbeiter wohl und sind letztlich auch leistungsfähiger.“

Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Umsetzung von Strategien im Unternehmen. Die Gestaltung dieser Veränderungsprozesse verlangt von Jessyca Haas Empathie und kommunikatives Geschick. Dafür hat sie gleich mehrere Abschlüsse im Gepäck – und ihre Tanzschuhe. „Ich tanze seit mehr als 10 Jahren argentinischen Tango. Dabei habe ich gelernt, dass der Tango viel mit der Führung von Mitarbeitern gemein hat.“ Tango als Entwicklungstool – wie funktioniert das? Jedenfalls nicht, indem man einen Mitarbeiter im Konfliktfall zum Tanz auffordert, stellt Jessyca Haas mit einem Augenzwinkern klar. „Aber es gibt deutliche Parallelen zwischen Tango tanzen und dem Thema Führung. Vertrauen und Offenheit, klare Entscheidungen, aber auch Improvisationstalent spielen eine wichtige Rolle in beiden Bereichen.“

Sie spricht aus Erfahrung, denn Jessyca Haas sagt über sich selbst, der Tango habe nicht weniger getan, als ihr Leben verändert. „Tango Argentino basiert vor allem auf nonverbaler Kommunikation. Er hat sich im Hafen von Buenos Aires unter Matrosen entwickelt, die keine gemeinsame Sprache hatten. Also entwickelten sie eine, die ohne Worte auskommt: den Tango. Man tanzt ihn Wange an Wange und muss stets improvisieren, indem man spürt, wohin der andere möchte.“ Die Faszination packte Jessyca Haas gleich bei ihrem ersten Kurs in Irland. Inzwischen tourt sie mit ihren Tanzschuhen um die Welt und besucht Festivals, um international mit herausragenden Tänzern zu tanzen.

Die Offenheit und Empathie, die es braucht, um sich auf verschiedene Tanzpartner einzulassen, prägen heute nicht nur ihren Tanzstil, sondern eben auch ihre berufliche Kommunikation. „Ich bin sehr sensibel für die verschiedenen Sichtweisen von Sender und Empfänger einer Botschaft und weiß durch den Tango, wie wichtig ein klares Rollenverständnis ist. All das sind „Tanzlektionen“, die mich auch in meinem Job erfolgreich machen.“ Und auch eine weitere Tango-Regel hilft häufig: „Egal, wie groß der Stress in einem Projekt wird – man sollte das Lachen nie vergessen.“