FERCHAU-Mitarbeiter Georg Matzel
Georg Matzel

Sprach­jon­gleur unter Inge­nieuren

Georg Matzel ist ausgebildeter Touristikassistent, studierter Übersetzer und arbeitet jetzt als Technischer Redakteur. Obwohl er neben seiner Muttersprache Deutsch auch Englisch, Spanisch und Französisch spricht, gilt seine größte Leidenschaft einer Sprache ohne Worte: der Musik.

Morgens um halb sechs klingelt in Magdeburg ein Wecker. Nein, falsch, vermutlich klingeln einige Wecker morgens um halb sechs in Magdeburg, doch dieser eine Wecker weckt Georg Matzel, und das, obwohl er Gleitzeit hat. Der studierte Übersetzer macht sich auf den Weg an seinen Arbeitsplatz bei FERCHAU.

Herr Matzel, Sie sind kein Ingenieur. Wie sind Sie bei FERCHAU gelandet?
„In meinem Fall gerade, weil ich es nicht bin. Ingenieure sind meist technisch sehr begabt, haben aber Schwierigkeiten, wenn es um Sprache geht. Und da komme ich ins Spiel. Der Markt für Übersetzer ist nicht gerade gut, also habe ich irgendwann angefangen, mich nach Alternativen umzusehen. Als Technischer Redakteur bin ich jetzt zum Beispiel dafür zuständig, Betriebsanleitungen für Maschinen zu schreiben, und zwar so, dass sie jeder versteht.“

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass auch Georg Matzel das verstehen muss, was er da beschreibt. Nicht immer eine leichte Aufgabe für den Quereinsteiger. Die Technik muss er sich erarbeiten, die Sprache dagegen ist ein Talent – und eine Leidenschaft.

Herr Matzel, Sie sprechen Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch, welche Sprache ist denn Ihre liebste?
„Jede Sprache ist auf ihre Weise schön. Französisch ist mehr ein Hobby, das kann ich auch nicht ganz so gut. Spanisch dagegen ist mittlerweile wie meine zweite Muttersprache. Während des Studiums habe ich zwei Semester in Chile verbracht und dort auch meine Frau kennengelernt, mittlerweile leben wir zusammen in Deutschland. Insofern ist Spanisch natürlich etwas ganz Besonderes für mich. Aber eine Sprache steht für sich, das ist die Musik.“

Seit er sieben Jahre alt ist, spielt Georg Matzel Trompete. Während die meisten Kinder sich irgendwann als Jugendliche von ihren Instrumenten trennen, ist Matzel auch mit 33 Jahren noch dabei und spielt aktuell in einem Dreier-Ensemble namens „Triamorphin“ Fusion Jazz – einen verrückten Mix aus Elektro, Jazz und Rock.

Was macht die Musik für Sie zu einer besonderen Sprache?
„Es gibt Dinge, die kann ich in keiner der gesprochenen Sprachen, die ich beherrsche, ausdrücken, denn bestimmte Gefühle und Gedanken transportiert nur Musik. Außerdem kommt Musik auch anders an. Sie kann unhöflich oder wild sein, ohne dass sich Leute beleidigt oder überrumpelt fühlen. Dadurch kommuniziere ich viel freier und bin ganz unabhängig in dem, was ich ausdrücke.“

Ziemlich frei waren Sie bisher ja auch in Ihrem Werdegang: Touristik-Ausbildung, sprachliches Studium, jetzt ein technischer Beruf, dazu Ihr musikalisches Talent und ein Faible für Sport. Kein Wunder, dass Sie immer so früh aufstehen müssen …

„Ja, das stimmt, da bin ich selbst schuld. Aber solang ich jung bin, möchte ich so viel wie möglich mitnehmen und lernen. Deshalb mache ich aktuell auch noch meinen Master in Technischer Kommunikation, um mich auch auf akademischer Ebene noch tiefer in mein Arbeitsgebiet einzuarbeiten.“