FERCHAU-Mitarbeiter Anthonia Greif
Anthonia Greif

Volle Power – aber bitte im Team!

Weiblich, sportlich, kommunikativ und ein klares „Die Arbeit bleibt auf der Arbeit“-Prinzip. Wenn es einen Menschen gibt, der alle Klischees über Ingenieure gleichzeitig widerlegt, ist es Anthonia Greif. Der 10. August 2015 – der internationale Tag der Faulheit – ist eigentlich nicht der richtige Tag, um sie zu treffen, denn die 25-Jährige ist vieles, aber faul sicher nicht. Die Powerfrau gibt beruflich und privat richtig Gas.

Frau Greif, muss man sich als Frau in einem Männerberuf besonders unter Beweis stellen?
„Ich stelle mein Können auf jeden Fall gern unter Beweis, aber ich glaube, das liegt mehr an meinem eigenen Ehrgeiz als an meinen Kollegen. Jedenfalls habe ich nicht das Gefühl, dass jemand bei mir ganz besonders genau hinsieht. In meinem Team bin ich die einzige Frau und komme sehr gut mit meinen Kollegen klar.“

Im Beruf ist Anthonia Greif erst seit drei Jahren, als Teamplayer dagegen schon sehr viel länger. Seit 14 Jahren spielt die Entwicklungsingenieurin regelmäßig Volleyball, und das sehr erfolgreich. In der letzten Saison ist sie mit ihrer Mannschaft in die Brandenburgliga aufgestiegen.

Ist es nicht anstrengend, neben dem Beruf noch so viel Sport zu machen?
„Schon, und es geht auch viel Zeit dabei drauf, aber ich liebe es einfach. Für mich ist das ein wichtiger Ausgleich und dabei geht es nicht nur um den Sport, sondern vor allem um das Team. Ich mag die Leute, wir haben viel Spaß zusammen und es wird nie langweilig.“

Im Beruf ein reines Männerteam, in der Halle stehen Sie mit fünf anderen Frauen auf dem Feld. Wofür würden Sie sich entscheiden?
„Oh, das könnte ich nicht. An den Männerüberschuss habe ich mich natürlich schon im Studium gewöhnt, da kommen vielleicht so fünf Frauen auf 30 Männer. Ich komme gut damit klar und kann in meinem Team sehr gut arbeiten, wir spornen uns gegenseitig an. Trotzdem freue ich mich dann auf die Mannschaft, weil man sich über gewisse Sachen ja doch lieber mit Frauen austauscht. Grundsätzlich freue ich mich einfach, mit verschiedenen Menschen zusammenzuarbeiten oder zu spielen. Ich bin kein Einzelkämpfer.“

Trotzdem sind Sie ja sehr bestimmt Ihren Weg gegangen. Mit 25 Jahren schon drei Jahre im Unternehmen – das muss man erst einmal schaffen.
„Ich habe mein duales Studium im Bereich Maschinenbau mit Schwerpunkt Konstruktion und Fertigung schnell durchgezogen. Wenn ich mich für etwas begeistere, fällt mir das nicht schwer. Außerdem habe ich gern ein klares Ziel vor Augen, ich brauche eine gewisse Sicherheit. Gleichzeitig wollte ich mich aber nach dem Studium nicht gleich für immer festlegen, sondern gern beruflich verschiedene Dinge ausprobieren, deshalb bin ich zu FERCHAU gegangen.“

Machen Sie denn irgendwann auch mal Pause?
Anthonia Greif lacht und gibt dann zu: „Na, also heute habe ich Urlaub und bis 10 Uhr geschlafen. Das ist überhaupt kein Problem. Ich gönne mir gern mal einen entspannten Tag auf dem Sofa.“