FERCHAU-Mitarbeiter Marvin Sommer
Marvin Sommer

Von sibi­ri­schen Hornissen zur Schwei­zer­garde

Marvin Sommer ist ein Macher. Morgens kommt er gut gelaunt schon mit aufgekrempelten Ärmeln ins Büro und wenn er nach Hause kommt, krempelt er sie noch ein Stück höher. Denn der 36-Jährige lebt mit seiner Familie auf einem alten Hof mit Pferden, Schafen, Hunden und Katzen und da gibt es für die Mehrgenerationengemeinschaft mehr als genug zu tun.

„Als ich das erste Mal bei einem Pferd für den Schmied die Hufe gehalten habe, war das schon ein Erlebnis“, lacht der Familienvater. „700 kg pure Muskelmasse zu bändigen, erfordert schon Nerven, wenn man nicht mit den Viechern groß geworden ist. Aber unser Schmied hatte etwas an der Bandscheibe und es muss ja gemacht werden.“

Pferde beschlagen, Schafe scheren, Ställe ausmisten, Gras mähen, das Haus instand halten – die Liste der Dinge, die „ja gemacht werden müssen“, ist bei Marvin Sommer und seiner Familie etwas länger als bei den meisten Menschen. Denn sie wohnen nicht in einer Stadtwohnung, sondern auf einem alten Bauernhof auf dem Land. „Ich bin kein Stadtmensch, ich liebe die Weite und die Natur. Und glauben Sie mir, es gibt nichts Meditativeres, als in einer Schafherde zu stehen“, sagt der Projektleiter lachend.

Der typische Hobbybauer, der seine gesamte Freizeit in Gummistiefeln verbringt, ist Marvin Sommer aber ganz und gar nicht. Stattdessen tauscht er sie gern und oft gegen Turnschuh, Wanderschuh oder Motorradstiefel aus, denn sportlich ist der 36-Jährige immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. „Ich liebe die Geschwindigkeit und brauche viel Action“, sagt er. Und da darf es gern extrem werden. Marvin Sommer hat neben dem Motorrad auch eine Fluglizenz, fährt Speedboot und macht 24-Stunden-Märsche. Momentan trainiert er für den Bremen-Halbmarathon und will sich im nächsten Jahr einem Training mit der Schweizergarde im Vatikan stellen. Zu diesem neusten Projekt hat ihn ein Freund und Mitglied der Hanseatischen Akademie für historische Fechtkünste überredet. Reiten, fechten, ringen und schießen, da sind Muskelkater und blaue Flecken vorprogrammiert.

Der Hof ist für den Wirtschaftsingenieur ein Ruhepol – was bei so viel Dynamik in der Freizeit und im Beruf auch guttut. Nachdem Marvin Sommer als „International Key Account Manager“ und „Head of Project Management“ für verschiedene Firmen international tätig war, wechselte er im Sommer 2015 zu FERCHAU und arbeitet nun in der Niederlassung Bremen am Aufbau und an der Entwicklung des Geschäftsfelds „Projektgruppen“. „Nach drei Tagen war ich schon komplett angekommen, denn hier ist viel zu tun und die Kollegen haben mich sehr offen empfangen. In solch einer tollen Arbeitsatmosphäre habe ich noch nie gearbeitet.“ Ein Vorteil seiner neuen Stelle ist auch, dass er nicht mehr so lang von zu Hause weg ist. „Meine Kinder sind jetzt drei und sechs Jahre alt, ich möchte Zeit mit ihnen verbringen und nicht wochenlang unterwegs sein.“

Das kam früher häufiger vor, denn Sommer war international viel unterwegs – bei 45 Grad Celsius auf einer Offshore-Plattform vor Malaysia oder in Eis und Schnee an der Spitze von Norwegen, selbst im tiefsten Sibirien war er schon im Einsatz. Ein Land für ihn? „Nein. Das wäre ja langweilig, für mich war und ist die Abwechslung das Spannende an meinem Job. Und die Taiga wäre auch nicht meine Landschaft: Von oben sieht zwar alles weit und unberührt aus, aber wenn man mittendrin steht, ist um einen herum hoher Wald, alles summt und knackt. Das ist wie Großstadt – nur in Grün.“

Auch die aggressiven Hornissen Sibiriens vermisst Marvin Sommer nicht, auch wenn sie als Anekdote bei einer seiner Vortragsveranstaltungen immer wieder für Gelächter sorgen. Da sind ihm die Tiere auf dem heimischen Hof lieber, auch wenn sie viel Pflege brauchen. „Allein könnte ich das niemals bewältigen, wir leben mit meinen Schwiegereltern zusammen auf dem Hof. Mit vier Erwachsenen ist für jeden genug zu tun, aber eben auch nur so viel, dass der Hof nicht zum Arbeitsplatz wird, sondern das bleibt, was er sein soll: ein friedlicher Ort, wo ich immer wieder Kraft für meinen Job tanke.“