05. April 2017 Anika Raisch

Neues Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz gefährdet Inno­va­ti­ons­kraft der deut­schen Wirt­schaft

Die umstrittene Novellierung ist nicht auf die Anforderungen hochtechnisierter Dienstleistungen abgestimmt.

Am 1. April 2017 ist das reformierte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) in Kraft getreten. Der Gesetzgeber möchte durch wesentliche Änderungen insbesondere bei der Überlassungshöchstdauer, dem Equal Pay und dem Ende der Vorratsverleiherlaubnis erreichen, dass der Missbrauch der Leiharbeit verhindert und die Stellung von Leiharbeitnehmern in den Unternehmen verbessert wird.Die Reform ist in erster Linie auf die klassische gewerbliche Zeitarbeit zugeschnitten, gilt aber selbstverständlich auch für die Ingenieurdienstleister wie FERCHAU, die nahezu ausschließlich Mitarbeiter mit akademischen Abschlüssen beschäftigen und gemeinsam mit den Kunden hochkomplexe Projekte aus den Bereichen Automobiltechnik, Luft- und Raumfahrt, Informationstechnologie, Maschinenbau und Elektrotechnik sowie Schiffbau und Meerestechnik bearbeiten. Und genau hier beginnen die Unstimmigkeiten.

„Unsere Mitarbeiter brauchen kein Gesetz, das Löhne und Arbeitsbedingungen vorschreibt. Denn marktübliche Löhne erhalten sie in einem vom Fachkräftemangel geprägten Markt ohnehin. Darüber hinaus sind sie fest angestellt, haben faire Tarifverträge, erhalten Urlaubsgeld und ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsangebot. Bei jungen Ingenieuren sind Dienstleister häufig die erste Wahl, weil hier wertvolle Projekterfahrungen gesammelt werden können. Die Missstände, die das reformierte AÜG unterbinden will, hat es in unserer Branche nie gegeben. Diese Reform trifft also ganz klar die Falschen, denn wir waren nie ein Arbeitgeber zweiter Klasse, wie Zeitarbeitsunternehmen häufig dargestellt werden“, kommentiert Frank Ferchau, geschäftsführender Gesellschafter des deutschen Marktführers für Engineering- und IT-Dienstleistungen, das neue AÜG. „Aus meiner Sicht wird sich diese Reform erheblich auf die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft auswirken. In einer Situation, in der am Markt abertausende von Ingenieuren fehlen, wird das Verhältnis von Dienstleistern zu ihren Kunden unnötig verkompliziert und die Entwicklungsprozesse innovativer technischer Produkte mit hoher Wahrscheinlichkeit verlängert. Dazu kommt eine große Unsicherheit hinsichtlich der neuen Rechtslage in den Kundenunternehmen, vornehmlich im Mittelstand. Neue Projekte, die externer Unterstützung bedürfen, könnten somit nach hinten verschoben werden und auf diese Weise der Marktfähigkeit deutscher Unternehmen schaden“.

Die wichtigsten Änderungen sind:
1. Equal Pay – Leiharbeitnehmer erhalten nach 9 respektive 15 Monaten im Unternehmen dasselbe Arbeitsentgelt wie vergleichbare Stammbeschäftigte des Kundenunternehmens oder ein von den Tarifparteien als vergleichbar bewertetes Arbeitsentgelt.
2. Überlassungshöchstdauer – Nach grundsätzlich 18 Monaten in einem Unternehmen werden Leiharbeiter für eine Karenzzeit von drei Monaten für den Einsatz im selben Kundenunternehmen gesperrt. Abweichungen können tarifvertraglich vereinbart werden.
3. Ende der Vorratsverleiherlaubnis – Die regelwidrige Abgrenzung von Arbeitnehmerüberlassung und Werk- sowie Dienstvertrag wird empfindlich sanktioniert.

Als Unternehmen mit über 50 Jahren Erfahrung und mehr als 7.400 Mitarbeitern ist FERCHAU jedoch selbstverständlich in der Lage, mit der neuen Situation umzugehen, so unbefriedigend sie auch sein mag.
Alexander Schulz, COO von FERCHAU Engineering, erläutert die strategischen Herausforderungen: „In zahlreichen Branchen, beispielsweise in den Bereichen Automotive und IT, nimmt die langfristige Partnerschaft zwischen Dienstleister und Kunde stetig zu. Gesamtverantwortliche Aufgaben werden im Rahmen von Werk- und Dienstverträgen in den über 100 Technischen Büros und FERCHAU-Projektgruppen oder in den speziellen Automotive-Standorten mit eigenen Werkstätten in engem strategischen Schulterschluss mit dem Kunden übernommen.“

Aber auch in Branchen, in denen die klassische Arbeitnehmerüberlassung z.B. zur Abdeckung von Auftragsspitzen und bei Ressourcenengpässen benötigt wird, bietet FERCHAU seinen Kunden zuverlässige Prozesse zur rechtskonformen Umsetzung des neuen AÜG. Dies wird mit drei Säulen gewährleistet: Für die Ermittlung der Equal-Pay-Voraussetzungen und der Überlassungshöchstdauer wurden neue Prozesse zur Datenerhebung bei Kunden und Mitarbeitern konzipiert und auf das neue Gesetz ausgerichtet. Im nächsten Schritt werden alle relevanten Informationen durch ein neues, spezielles Daten- und Berechnungsmodul ausgewertet. In Säule 3 schließlich werden z.B. Fristen oder Zeiträume bis Fristerreichung nach den Regeln des Gesetzes dokumentiert und kommuniziert. Ziel von FERCHAU ist es dabei, dem Kunden seine gesetzlich verankerte Mitwirkungspflicht so komfortabel wie möglich und vor allem rechtssicher zu gestalten.

Frank Ferchau resümiert: „Wir als Dienstleister müssen im Interesse unserer Kunden einen enormen administrativen Aufwand betreiben, um die Systeme und Prozesse auf das neue AÜG anzupassen. Alleine für die IT-technische Adaption stehen uns Kosten von über 1 Million Euro ins Haus. Aber natürlich begreifen wir diese Veränderung auch als Chance. Als stabiles Unternehmen können wir die Änderungen umsetzen. Mit Projektgruppen und Technischen Büros bieten wir unseren Kunden schon lange rechtssichere Alternativen zur klassischen AÜ und stehen ihnen somit auch in Zukunft als strategischer Partner mit individuellen Bedarfslösungen zur Seite“.

FERCHAU Engineering GmbH
Derzeit arbeiten bei der FERCHAU Engineering GmbH mehr als 7.400 Ingenieure, IT-Consultants, Techniker und Technische Zeichner in über 100 Niederlassungen und Standorten sowie in über 100 Technischen Büros und Projektgruppen (Stand: 31.12.2016). FERCHAU ist in den sieben Fachbereichen Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Informationstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Schiffbau und Meerestechnik tätig. 2016 feierte das Unternehmen sein 50-jähriges Jubiläum.

Der Engineering- und IT-Dienstleister bietet seinen Kunden drei Leistungsbausteine an: Im Bereich Engineering Competence übernimmt das Unternehmen ganze Workpackages, die entweder beim Kunden vor Ort oder in den eigenen Technischen Büros bearbeitet werden. Im zweiten Kompetenzfeld, dem Engineering Support, unterstützen die Fachkräfte des Engineering- und IT-Dienstleisters den Kunden vor Ort. Im dritten Bereich, den Managed Services, unterstützt FERCHAU seine Kunden bei der Bündelung von Beschaffungsprozessen für Engineering- und IT-Dienstleistungen.

Download Texte und Fotos: FERCHAU Media Informationssystem

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